Aktuelles

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Verabschiedung des Vorsitzenden des DBV Fachausschusses Ökologischer Landbau

Seit zwanzig Jahren hat sich Dr. Heinrich Graf von Bassewitz für die Integration des Ökolandbaus bei der Arbeit des Deutschen Bauernverbandes stark gemacht.

Auf der Dezembersitzung verabschiedete sich der DBV Fachausschuss von ihm.

Von Bassewitz bleibt zunächst in Brüssel DBV Bauernvertreter für den Ökolandbau.

Er strebt für April 2019 für weitere 2 Jahre die Stellvertreterposition in der COPA AG Ökolandbau an.

Zur Würdigung seiner Arbeit beschrieb Carsten Niemann, langjähriger und künftiger Stellvertreter von Dr. von Bassewitz, die Anfänge der Zusammenarbeit und den Weg von einer Arbeitsgruppe in Bonn bis zum fest etablierten Fachausschuss in Berlin.

Von Bassewitz war angetreten, um die Gräben zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft zu überwinden.

„Das wurde zum Anfang gar nicht gern gesehen und war wie in einer Löwengrube“, beschrieb Heinrich von Bassewirt in seinem persönlichen Fazit.

Er wünschte seinem Nachfolger, dem Brandenburger Bauernpräsidenten Henrik Wendorff, bei der Vertretung der Öko-Interessen im DBV ein gutes Händchen, denn Aufgaben gäbe es genug.

Der Fortgang bei der neuen EU Ökoverordnung, die Gentechnikdebatte, die Begleitung der Strategie von zwanzig Prozent Ökolandbau sind nur einige Aspekte auf dem Weg zu einem großen Ziel, dass Dr. Heinrich Graf von Bassewitz so beschrieb: Ein gemeinsamer, nachhaltiger Landbau für alle Bauern.

Es wird ist vorgesehen, dass Carsten Niemann den DBV FA Ökolandbau im BÖLN Beirat vertreten soll.

Foto und Text: Bauernverband A. Jacobs

Erfahren, wo unsere Nahrung ihren Ursprung hat – Landwirte stehen Rede und Antwort

Das Interesse der Schülerinnen und Schüler verschiedenster Schulformen an der Landwirtschaft im Landkreis war auch 2018 wieder sehr hoch.

Mädchen und Jungen verschiedenster Altersklassen aus 62 Schulklassen haben sich live in Landwirtschaftsbetrieben vor Ort informiert.

Neun Klassen sind zur Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau nach Iden gefahren, um sich dort in der Tierhaltung und bei den Ausbildungsmöglichkeiten umzusehen.

Erstmalig konnten die Besichtigung der Milchverarbeitung in der Altmarkkäserei Uelzena GmbH in Bismark sowie die Verarbeitung der Zuckerrüben in Uelzen mit angeboten werden.

Um einen Einblick in die Betriebsabläufe und in die Ställe der hiesigen Agrarbetriebe zu gewährleisten haben sich 15 Betriebe am Projekt “Bauernhof als Klassenzimmer“ mit viel Kompetenz und persönlichem Einsatz beteiligt.

Die Unternehmer und Mitarbeiter dieser Betriebe haben stellvertretend für alle anderen Landwirte die Verantwortung wahrgenommen, um den Dialog zwischen der Landwirtschaft und der Gesellschaft zu fördern.

Für das kommende Jahr haben siebzig Klassen signalisiert, dass sie einen Blick hinter die Hoftore werfen wollen.

Ob als Ergänzung zum Schulstoff oder im Rahmen von Projekttagen – in der hiesigen Landwirtschaft gibt es jede Menge zu erfahren und zu erkunden.

Der persönliche Kontakt zu den Landwirten ermöglicht es, dass zur Ackerbewirtschaftung und zum Umgang mit landwirtschaftlichen Nutztieren nachgefragt werden kann und fördert das Verständnis zum Ursprung unserer Nahrungsmittel.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Landwirte beim Erfahrungsaustausch für das Projekt TIP – „Tage in der Praxis“

TIP -Tage in der Praxis – ist ein Angebot zur vertieften Berufsorientierung für Schüler und Schülerinnen der Klassenstufe 9 an den Sekundar- sowie Förderschulen des Altmarkkreises Salzwedel.

Über 170 Arbeitgeber beteiligen sich am Projekt. Unter ihnen 21 Landwirtschaftsbetriebe.

Im 1. Schulhalbjahr hat der Bauernverband, neben der IHK, der Kreishandwerkerschaft und weiteren Institutionen die Chance genutzt, um die Ausbildungsberufe in der Landwirtschaft vorzustellen.

Im nächsten Schritt erhalten die Schüler die Gelegenheit, mindestens zwei Berufsgruppen vertiefend kennenzulernen. Es werden berufstheoretische und berufspraktische Kenntnisse vermittelt und jeder Schüler wird individuell auf die folgenden Praxistage vorbereitet.

Im 2. Schulhalbjahr wird jeder Schüler dann alle 14 Tage für einen Unterrichtstag in die betrieblichen Abläufe des Praktikumsbetriebes eingebunden und während dieser Phase von einem Jobcoach betreut.

Ziel ist es, dass die jungen Menschen das Berufsfeld und die betrieblichen Gegebenheiten in der Praxis ausprobieren können, um letztendlich die richtige Berufswahl zu treffen.

Der Idealfall ist dabei eine Ausbildungszusage.

Wie kann das Projekt „Tage in der Praxis“ dauerhaft für die Berufsorientierung etabliert werden war Inhalt eines Erfahrungsaustausches im November in Kuhfelde.

Das Projektteam des Vereins zur Förderung der beruflichen Bildung, die Rümsa-Koordinierungsstelle , Schüler, Eltern und Lehrer aus den teilnehmenden Schulen und beteiligte Arbeitgeber kamen in verschiedenen Workshops ins Gespräch, um letztendlich den bestmöglichen Berufsfindungsprozess für die jungen Leute hier in der Region zu begleiten.

Bisher konnten 235 Schüler aus 249 Praktikumsplätzen aussuchen.

Die meisten Schüler (72) haben sich für Praxistage in einem Bau- oder Handwerksbetrieb entschieden, gefolgt vom Bereich Gesundheit/Pflege/Soziales (55). 47 Schüler orientieren sich im Bereich Verwaltung/Handel.

Für einen Blick in die Grünen Berufe entschieden sich 38 jungen Menschen.

Berufsorientierung ist ein Dauerthema und es bleibt zu hoffen, dass sich aus dem Projekt Beständigkeit entwickelt.

Text:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V., Foto: Projektteam VfB Salzwedel

Ministerpräsident brachte auf dem Bauerntag seine Wertschätzung für den Berufsstand zum Ausdruck

Auf dem 30. Landesbauernverbandstag in Ebendorf brachte Dr. Rainer Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, seine Wertschätzung für den landwirtschaftlichen Berufsstand zum Ausdruck. Unmittelbar nach der Einführungsrede von Bauernpräsident Olaf Feuerborn betonte er, dass die heutige Landwirtschaft die umweltfreundlichste ist, die es je gegeben hat.

Der Beschäftigungseffekt der Landwirtschaft und die getätigten Investitionen seinen aus seiner Sicht ein wichtiges Element für den ländlichen Raum.

Mit Blick auf die Dürresituation dieses Jahres zog er einen Rückblick auf vergangene Jahrhunderte, wo Dürrejahre katastrophale Auswirkungen hatten.

Obwohl eine Dürrehilfsprogramm da ist, sei er auch nicht froh, dass so ein kompliziertes Regelwerk damit verknüpft ist.

Es sei aber sein Ansatz gewesen, dass alle Ressorts schauen, welches Geld in das Programm gegeben werden kann. Die Bauernschaft gab ihm mit auf den Weg, dass die Gelder nun auch ausgereicht werden müssen.

Bei der Umsetzung der Natura 2000 Landesverordnung sieht der Ministerpräsident den Vorrang von Nutzung unter Beachtung von Naturschutzaspekten.

Im Dezember werde sich das Kabinett und auch die Arbeitsgruppe Umwelt des Landtages mit einer Anhörung damit befassen.

Weitere Themen im Redebeitrag wie auch in der Diskussion waren die Schafhaltung und der Umgang mit dem Wolf, die Kontrollen in der Tierhaltung und die Agrarstruktur.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

 

Präsident Feuerborn umriss die Interessen des Berufsstandes im Beisein des Ministerpräsidenten

In seiner Rede auf dem 30. Landesbauernverbandstag am 21.11.2018 in Ebendorf betonte Präsident Olaf Feuerborn im Beisein von Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff: „Für uns Landwirte war es ein Jahr mit deutlichen Ertragseinbußen und Niederschlägen, auf die wir bis heute warten.“

Die Winterkulturen mussten ohne nennenswerten Bodenwasservorrat einen schwierigen Start hinlegen und die Futterversorgung ist sehr ernst zu nehmen.

Die finanzielle Situation ist angespannt.

Der Bauernverband habe sich sehr bemüht, ein Dürrehilfsprogramm anzuschieben.

„Mit dem Verfahren der Antragstellung sind wir nicht zufrieden, das haben wir auch so kommuniziert“, berichtete er mit Blick auf die Mitglieder und den Ministerpräsidenten des Landes.

„Wir sind im ländlichen Raum Arbeitgeber und Auftraggeber und wir können diese Funktionen nur erfüllen, wenn wir finanzielle Stabilität in den Betrieben haben“, so der Präsident.

Jeden Tag ausreichend Essen sei eine Selbstverständlichkeit, aber das Vorhandensein von Landwirtschaftsbetrieben im Ländlichen Raum wird aus Bauernsicht nicht genug wertgeschätzt.

Im Land werden keine Impulse gesetzt, um in die Tierhaltung zu investieren, die aus seiner Sicht für eine Kreislaufwirtschaft unerlässlich ist.

Die Förderung des ökologischen Landbaus sein ein Politikversprechen, welches auch eingehalten werden muss, ohne die konventionelle Landwirtschaft bei ihren Umweltprogrammen zu beschneiden.

Mit Blick auf die GAP 2020 betonte er die Stabilität der ersten Säule.

Er wies eindrücklich darauf hin, dass eine Weidetierhaltung, wie von der Gesellschaft im Sinne von Tierwohl und Biotoppflege gefordert, auf Dauer nicht möglich sein wird, ohne Regulierung der wachsenden Wolfspopulation.

Eine Politik für die Landwirtschaft stärkt den ländlichen Raum, so Präsident Feuerborn.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Mitteldeutschen Bio-Branchentreffen in Erfurt

Das diesjährige Mitteldeutsche Bio-Branchentreffen fand im thüringischen Erfurt statt. Das 11. Treffen der Akteure der Ökobranche war gut besucht und stand unter dem Motto: „Regionale Bio-Produkte in die Kantine“. Die Veranstaltung, angelegt als Erfahrungsplattform, Wissensvermittler und Vernetzungsinstrument, wurde von Ökolandwirt Carsten Niemann aus Ritzleben, moderiert.

In seiner Begrüßung erklärte Stefan Simon, Vorstandsvorsitzender des Vereins Thüringer Ökoherz e. V., dass in immer mehr Supermarktregalen die Bio-Erzeugnisse ihren Platz finden aber in der Außer-Haus-Verpflegung noch Nachholbedarf besteht.

Der Präsident des Thüringer Bauernverbandes, Dr. Klaus Wagner, sieht das Land auf einem guten Wege. Von rund 15.000 Hektar im Jahr 1996 hat sich der Ökolandbau auf 41.000 Hektar in Thüringen entwickelt. Der Bauernverband betrachte konventionell und ökologisch arbeitende Betriebe als gleichberechtigt. „Am Ende entscheidet für jedes Unternehmen die Wirtschaftlichkeit“, so Wagner.

Die Entwicklung der Außer-Haus Verpflegung mit Bioprodukten kann ein stabiler Absatzweg für die Bio-Produktion werden, betonte er.

Die Thüringer Agrarministerin Birgit Keller sah im regionalen Ökolandbau eine gute Antwort auf die sich langsam wiedereinstellenden Fragen der Bürger nach der Herkunft ihrer Lebensmittel.

Die Erhöhung des Bioangebot in Kantinen sei ein wichtiger Beitrag für die regionale Wertschöpfung, so Keller.

Der erste Fachvortrag wurde per Video- Übertragung gehalten, was der Aussagekraft des Inhaltes aber keinen Abbruch tat.

Thomas Voß, Stellvertretender Kaufmännischer Direktor der LWL-Kliniken Münster und Lengerich sowie Mitglied im Netzwerk der Biomentoren, stellte die Aktivitäten der Kliniken hinsichtlich der Verbesserung der Umweltwirkungen und der Essenversorgung dar.

Er beschrieb die schrittweise Umstellung der Speisekarte der Kliniken unter den Aspekten des Einbezugs von regionalen Bioprodukten, regionalen konventionell verfügbaren Produkten und der saisonal verfügbaren Ware. Er machte deutlich, dass auch mit einem für die Verpflegung zur Verfügung stehenden Anteil an einem Krankenhausbudget regionales und nachhaltiges Essen möglich ist.

Während der Anteil der Außer-Haus -Verpflegung in Mitteldeutschland noch gering ist, sieht es in Dänemark ganz anders aus.

Kenneth HØjgaard, Ernährungshaus Kopenhagen, erläuterte, dass es in der Stadt Kopenhagen eine politische Vorgabe der Oberbürgermeisterin gewesen sei, gesünderes und besseres Essen in Kantinen anzubieten.

„Wir wollten Schluss machen mit „dem Schema F beim Abfüttern in öffentlichen Kantinen“ und haben uns der Mission einer nachhaltigen, gesunden und lebensfrohen Esskultur verpflichtet“, so der Däne.

Mit den regionalen Erzeugnissen, die frisch gekocht werden, habe man auch die Köche begeistern können und so den Bio-Anteil in der dänischen Gemeinschaftsverpflegung kontinuierlich erhöht.

Ökoumstellung in den Köpfen und in den Töpfen hat dazu geführt, dass viele dänische Küchen ein Bio-Zertifikat – in Gold, Silber oder Bronze haben, je nachdem wie hoch der Anteil an Bioprodukten ist. Ein Wettbewerb, die sich selbst treibt.

Bio-Anteile von 60 oder gar 90 % sind laut Aussage von Kenneth HØjgaard heute in Dänemark zu finden.

Beide Vorträge gaben den nötigen Schwung die thematischen Podiumsgespräche und den Ausblick auf die Wachstumsperspektiven des Ökolandbaus.

Das 12. Mitteldeutsche Biobranchentreffen wird im kommenden Jahr in Sachsen-Anhalt stattfinden.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Spannende Podiumsdiskussion zum Ökolandbau in Bernburg

Die Friedrich Ebert Stiftung hatte am 14. November zu einer Podiumsdiskussion „Wie viel Ökolandbauförderung ist sinnvoll?“  nach Bernburg in die Hochschule Anhalt geladen.

Die in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie formulierte Zielstellung, mittelfristig 20 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologisch zu bewirtschaften, hat auch in unserem Bundesland einen Impuls ausgelöst.

Die ausgelobte Erhöhung der Fördersätze für die Umstellung und letztendlich auch für die Beibehaltung der ökologischen Wirtschaftsweise hat dazu geführt, dass sich zum Verpflichtungsbeginn 2019 knapp 95.000 ha Ökofläche in Sachsen- Anhalt aufsummieren.

Die fünfjährigen Verpflichtungen auszufinanzieren stellt eine große Herausforderung dar.

Unterschiedliche Sichtweise auf die Entwicklung wurden von den geladenen Referenten zunächst dargelegt und dann in einer Runde vor rund 60 Gästen diskutiert.

Dr. Bernd Schwalenberg vom Deutschen Bauernbund und Bauernpräsident Olaf Feuerborn formulierten die Frage, ob die ausgelöste Umstellungswelle überhaupt zu finanzieren ist, ohne Einschränkungen von weiteren Agrarumweltprogrammen im Land.

Einen anderen Ansatz wählte Carsten Niemann in seinem Impulsreferat. Der Ökobauer aus unserem Kreisverband und Vorsitzender des Fachausschusses Ökologischer Landbau beim Landesbauernverband bezog sich auf den Ansatz, ob eine Wirtschaft nur auf Wachstum ausgerichtet sein muss oder Umweltaspekte besser in den Focus gehören. Wenn staatliche Ziele formuliert werden und bewusst in die Wirtschaft eingegriffen wird, dann müssen auch Finanzmittel dorthin gelenkt werden.

Einer Neiddebatte und einem Verteilungskampf unter den Bauern erklärte er eine Absage: Auch Biobauern sind Bauern.

Professor em. Dr. Gerhard Breitschuh beleuchtete einen wissenschaftlichen Ansatz, über die Umweltverträglichkeit der extensive Wirtschaftsweise bezogen auf die Produktmenge.

Die anschließende Diskussion ging von Treibhausgasen, über die Welternährung bis hin zum Wohlfühlfaktor bei der Produktion und hinterließ Anregungen für weitere Betrachtungen von Wissenschaft und Praxis.

Gebelieben ist aber die Aufgabe für das Land Sachsen-Anhalt, den angeschobenen Prozess der Umstellung auf den ökologischen Landbau ausgewogen zu finanzieren.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Entwurf der Verordnung über das Biosphärenreservat Drömling- Gelegenheit für Einsicht und Stellungnahmen

Die Interessengemeinschaft Drömling sowie die beiden Bauernverbände aus dem Altmarkkreis und der Börde hatten ihre Mitglieder mit landwirtschaftlichen Flächen im Naturpark geladen, um sich mit dem Entwurf der Verordnung über das Biosphärenreservat Drömling zu befassen. Fred Braumann, Leiter der Naturparkverwaltung, stellte den Landwirten den Entwurf zur Diskussion vor.

Im Rahmen des seit 2014 laufenden Abstimmungsprozesses zur Entwicklung eines Biosphärenreservates Drömling über die Grenze zwischen den Ländern Sachsen-Anhalt und Niedersachsen hinaus soll die landesrechtliche Sicherung des Gebietes als Voraussetzung für die gemeinsam beabsichtigte Antragstellung auf Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat erfolgen.

Vierzehn Paragraphen der Verordnung, Erläuterungsbericht und Karten untermauern das Unterschutzstellungsverfahren.

Als Biosphärenreservat soll sich der Drömling nachhaltig entwickeln. Ob die nun in den Focus gerückte Förderung der Regionalentwicklung Schutz und Nutzung besser zusammenführt und attraktive Naturareale Touristen anlocken, bleibt zu beobachten.

Seit Jahren wirtschaften die Landwirte im Naturpark und sind mit Einschränkungen durch Natur- und Landschaftsschutz vertraut, wenn auch nicht immer zufrieden.

In der neu definierten Entwicklungszone wird es keine Einschränkungen für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung geben. Doch Restskepsis bleibt bei den Bauern. Über den in § 4 definierten Schutzzweck wird sich der Naturschutzgedanke auch über die Gebiete legen, die bisher außerhalb des Landschaftsschutzgebietes und nun im Biosphärenreservat liegen.

Die Entwurfsunterlagen sind für jeden Bürger vom 06. November bis 07. Dezember 2018 in den üblichen Verwaltungen öffentlich zugänglich.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Dürrehilfsprogramm mit bürokratischen Hürden

Landwirtschaftliche Betriebe sind im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbranchen den Extremwetterereignissen besonders ausgesetzt.

Meteorologische Daten, die Schadensmeldungen und die Ergebnisse der Erntestatistik belegen, dass die Dürre in diesem Jahr ein außergewöhnliches Naturereignis ist.

Das von Bund und Land auf den Weg gebrachte Dürrehilfsprogramm soll besonders betroffenen Unternehmen finanzielle Unterstützung gewähren.

Im eröffneten Antragsverfahren zeigt sich, dass es bei den Zugangsbedingungen sehr hohe bürokratische Hürden gibt, die eine zeitnahe Unterstützung nicht sichern werden.

Nur Landwirtschaftsbetriebe, die ihre Mindererzeugung und die daraus resultierende Existenzgefährdung nachweisen, können sich den Prüfkriterien stellen.

Die mehrstufige Nachweisführung der Bedürftigkeit wird einige Unternehmen von einer Hilfe ausschließen bzw. die Unternehmen abschrecken, einen Antrag zu stellen.

„Als Bauernverband haben wir deutlich darauf hingewiesen, dass es ein praktikables Verfahren braucht und vor allem, dass keine Betriebsformen faktisch im Vorherein ausgeschlossen werden“, so Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e. V..

Aus der Sicht des Berufsstandes ist es wichtig, dass Instrumente für eine betriebliche Risikovorsorge gestärkt werden:

Steuerliche Gewinnrücklagen und bessere Konditionen für Dürreversicherungen sind dazu erforderlich.

Wie die Landwirtschaftsbetriebe der Folgen aus dem trockenen Jahr bewältigen wird sich in den nächsten Jahren erst zeigen.

Die mit Kosten verbundene neue Aussaat hat bisher keinen so guten Start hingelegt.

Die Viehstände werden mit dem knappen Futter auskommen müssen.

Der Zukauf von Futter ist teuer.

Investitionspläne müssen auf Eis gelegt werden, obwohl die Anforderungen der Gesellschaft an die Landwirtschaft immer höher werden.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Viel Sonnenschein und kein nennenswerter Regen von April bis Oktober- das gab es noch nie

Dieses Jahr hat den Landwirten deutlich vor Augen geführt, dass eine gute Ernte auch mit -besten unternehmerischen Können- keine Selbstverständlichkeit ist.

Die Abhängigkeit von der Natur ist und bleibt ein wesentliches Merkmal der Landwirtschaft, auch wenn wir in unserem Land zu jeder Zeit  unseren Tisch mit Nahrungsmitteln decken können.

Die Bauern in unserem Landkreis mussten in diesem Jahr bis in den Oktober hinein mit 200 mm weniger Niederschlag auskommen.

Da bedeutet, es fehlen 200 Liter Regen pro Quadratmeter und es ist erstaunlich, welche Kraft die Pflanzen hatten, um überhaupt eine Ernte hervorzubringen.

Es wurden Erträge eingefahren, die deutlich unter dem Durchschnitt liegen.

Demzufolge fehlt Erntegut zum Verkauf und Futter für die Versorgung der Tierbestände.

Die Kartoffel- und Rübenernte laufen derzeit unter schwierigen Rodebedingungen in trockener und harter Erde mit ebenfalls stark geminderten Naturalerträgen.

Auch in schwierigen Jahren müssen die Winterkulturen in den Boden gebracht werden, sonst gibt es im nächsten Jahr keine Ernte.

Staubtrockenen Böden erschweren die Saatbettvorbereitung und Aussaat der Winterkulturen.

Teilweise ist auf die Aussaat von Winterraps verzichtet worden.

Der Feldaufgang von Zwischenfrüchten, Raps und Getreide sowie eine ausreichende Bestandsentwicklung ist aufgrund des ausgedörrten Bodens sehr zögerlich.

Für den Oktober ist es üblich, dass um die 45 mm Regen fallen. In diesem Jahr waren es knapp 12 mm.

Durch die lange Trockenheit sind die Weiden karg und vergilbt und können die Weidetiere nicht ausreichend mit Futter versorgen.

Oftmals wird bereits jetzt das knappe Winterfutter zugefüttert.

Vielerorts konnte vom Grünland nur der erste Schnitt geerntet werden.

Futter muss zu hohen Preisen zugekauft werden, so es denn überhaupt verfügbar ist.

Der Futterengpass wird sich in das nächste Jahr hineinziehen.

Was in diesem Jahr beispielsweise an Futtermais nicht geerntet wurde, steht erst in 11 Monaten wieder zu Ernte an.

Die Stimmung ist angespannt.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

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