Aktuelles

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Mitgliederversammlung des Arbeitgeberverbandes: Wirtschaft kämpft mit steigenden Betriebskosten

Auf der Mitgliederversammlung des Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbandes Sachsen-Anhalt e. V. betonte der Vorsitzende Albrecht von Bodenhausen, dass sich die Wirtschaft durch die steigenden Betriebskosten in einer schwierigen Lage befindet.

Die Beziehung zwischen Mindestlohn und Tarifentwicklung mit der von der Gewerkschaft geforderten Lohnerhöhung wird eine große Herausforderung, so der Vorsitzende.

In seinem Grußwort legte Vizepräsident Sven Borchert vom Bauernverband Sachsen-Anhalt seinen Focus auf die bevorstehenden Herausforderungen für die Landwirtschaft.

Die Kernforderungen des Berufsstandes zum mehrjährigen Finanzrahmen und zur gemeinsamen Agrarpolitik der EU zielen darauf ab, den Landwirtschaftsbetrieben und dem ländlichen Raum Stabilität zu geben.

Borchert stellte fest, dass es in den kommenden Jahren weniger Schulabgänger geben wird.

Das schiebt die Landwirtschaft in einen engeren Wettbewerb um potenzielle Azubis.

Er mahnte an, dass mehr Sorgfalt zur Wissensvermittlung in allen Formen der landwirtschaftlichen Aus- und Fortbildung an den Tag gelegt werden muss.

„Nachwuchs- und Mitarbeitergewinnung ist auch ein zentrales Thema beim Arbeitgeberverband“, spiegelte Albrecht von Bodenhausen dieses Thema in seinem Geschäftsbericht.

Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge sei stabil, aber die Anzahl an Azubis, die letztendlich ihren Berufsabschluss nicht erreichen, sei viel zu hoch.

Der Arbeitgeberverband, dem teilweise Mitglieder des Kreisverbandes als mittelbare Mitglieder angehören, wählte seinen fünfköpfigen Vorstand neu.

Vorträge zur Sozialen Konditionalität und zum Umgang mit professionalisierten Internetbetrug rundeten das Programm ab.

 

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband

Agrarpolitische Diskussion zur Landwirtschaft im Wandel

Im öffentlichen Teil des Bauernverbandstages fand eine agrarpolitische Podiumsdiskussion mit dem Titel „Landwirtschaft im Wandel: Wie Politik, Markt und Gesellschaft die Zukunft gestalten“ statt.

Nach einem einführenden Statement von Präsident Olaf Feuerborn diskutieren unter der Leitung von Stefan Bernschein der Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt Sven Schulze, der Präsident DLG e.V. Hubertus Paetow, Dr. Andreas Eisen, Bereichsleiter Genoverband e.V. sowie Präsident Feuerborn.

Zu den aktuellen politischen Rahmenbedingungen führte Minister Schulze aus, dass aus der Sicht des Landes Sachsen-Anhalt der mehrjährige Finanzrahmen der EU und den Regelungen zu Kappung und Degression nicht zugestimmt werden kann.

„Wir müssen in der EU auf die Bremse treten mit immer neuen Regelungen“, führte Schulze aus.

Eine fortschrittsoffenen Gesellschaft, die eine moderne Landwirtschaft akzeptiert, war eine Forderung des DLG-Präsidenten Paetow.

„Wir müssen die Wirtschaft wieder in Fahrt bringen“, so Paetow mit Blick auf die kommende Zeit.

Um die Landwirtschaft in die Zukunft zu führen, müssen attraktive Perspektiven für die nächste Generation geschaffen werden, so Dr. Andreas Eisen von Genoverband.

Verlässliche Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln sind dabei zwingend erforderlich.

Wandel und Entwicklung wird es immer geben.

Eine vielfältige Landwirtschaft ist und bleibt ein wichtiger Faktor für den ländlichen Raum.

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e. V.

Präsident Olaf Feuerborn auf dem Landesbauernverbandstag: In der Wirtschaft wird das Geld verdient

Auf dem 37. Bauernverbandstag des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V. in Dessau zog Bauernpräsident Olaf Feuerborn Bilanz zur Verbandsarbeit.

Vor den anwesenden Delegierten der Kreisbauernverbände und den assoziierten Verbänden legt er dar, dass es ein Jahr mit vielen Aufgaben für den Verband war.

„Bezahlbare Energie und Betriebsmittel, weniger Dokumentationspflichten, praxistaugliche Umwelt- und Tierschutzregeln sind unsere Kernforderungen im Austausch mit Politik und Gesellschaft“, führte Präsident Olaf Feuerborn aus.

Geht es dem Bauern gut, geht es dem Dorf gut, so Feuerborn.

Er wies deutlich darauf hin, dass in der Wirtschaft das Geld verdient wird für all die Dinge, die wir uns als Gesellschaft leisten.

Nach dem Geschäftsbericht und Verbandsregularien stellte die Diskussion zu einer Grundsatzpositionierung des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt zur kommenden Landtagswahl im nächsten Jahr einen Schwerpunkt dar.

Unter der Überschrift „Stabilität für die Landwirtschaft und Zukunft des ländlichen Raums“ wurden die zentralen Forderungen des Verbandes vorgestellt und beraten.

Die inhaltlichen Kernaussagen wurden in den Themenblöcken wie Rahmenbedingungen und Verwaltung, Wirtschaftskraft im ländlichen Raum, Bildung, Arbeitskräfte, Ackerbau und Pflanzenschutz, Nutztierhaltung und Tierschutz, Umweltschutz und Biodiversität gesetzt und beschlossen.

Die Grundsatzpositionierung wird nach der finalen Redaktion online beim Bauernverband Sachsen-Anhalt veröffentlicht.

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e. V.

Bäume auf dem Acker- 2. Feldtag Agroforstwirtschaft in Beetzendorf

Die LLG-Versuchsstation in Beetzendorf war Veranstaltungsort des 2. Feldtages Agroforstwirtschaft in der Altmark.

Agroforstsysteme kombinieren Land- und Forstwirtschaft, indem Gehölze mit der pflanzlichen Produktion und/oder der Tierhaltung kombiniert werden.

Das Impulsbüro Altmark vom Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft hatte dazu ein interessantes Programm zusammengestellt, dem viele Interessenten gefolgt waren.

Mit kurzen Vorträgen und vielen Fragen wurden die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen, die Beratungsförderung und die naturschutzfachliche Begleitung in Bezug zur Ökoregelung 3 in der Agrarförderung beleuchtet.

Die Fragen der Landwirte bezogen sich auf die Eigentumsverhältnisse an Flächen für künftige Anlagen, das komplizierte Fördersystem und die Höhe des finanziellen Anreizes bis hin zur Bewertung durch die Naturschutzbehörde in den folgenden Jahrzehnten der Gehölzentwicklung.

Das Praxisbeispiel eines Landwirtes zeigte auf, dass es von der Idee, über die Pflanzung bis hin zur Wirtschaftlichkeit ein weiter Weg ist.

Er berichtete von seinem Grundsatzüberlegungen Bäume auf seinen landwirtschaftlichen Nutzflächen zu integrieren. Seinem Erfahrungsschatz zur Pflanzenauswahl, der Aufwuchspflege, dem Schutz vor Wühlmäusen, dem bewältigen von Dürrejahren bis hin zur ersten Fruchtziehung konnten die Teilnehmer viele wichtige Aspekte entnehmen.

Die Besichtigung der Agroforst-Modellfläche von Cedric Fehseke in Bandau rundete das Programm ab. Auf dem 7,8 Hektar großen Ackerschlag sind  vier Agroforststreifen mit insgesamt 266 Bäumen zu sehen. Pappel, Baumhasel, Birke, Vogelkirsche, Ahorn, Holzbirne und Esskastanie wachsen seit diesem Frühjahr für die Wert- und Brennholzproduktion und schaffen ein vielfältiges Ökosystem.

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband

Bauern informieren sich zum Lithiumabbau in der Altmark

Auf der Mitgliederversammlung legte Kerstin Todte, Betriebsleiterin Altmark von Neptun Energy Deutschland GmbH, den derzeitigen Stand der Vorbereitung für eine mögliche Gewinnung von Lithium in der Altmark vor.

Lithium gilt als zentraler Rohstoff für Batterien in Elektrofahrzeugen und als Schlüsselelement für die Energiewende.

Die Landwirte erfuhren, dass es seit 1970 bekannt sei, dass Lithium in den Bohrlöchern nachgewiesen wurde.

In 80er-Jahren stand bereits eine erste Lithium-Extraktionsanlage kurz vor der Inbetriebnahme.

Mit über 100.000 Dokumenten und Analysen zum Untergrund sei ein riesiger Datensatz vorhanden, um das Potenzial des Rohstoffes Lithium zu erfassen, so Kerstin Todte.

Eine aktuelle Studie ergab eine Ressourcenbewertung von 43 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent für das Erdgasfeld Altmark.

Derzeit laufen Pilotversuche zum Extraktionsprozess aus dem tiefliegenden Thermalwasser.

Das Thema Wasser ist für uns Bauern immer ein kritischer Punkt, brachte ein Mitglied zur Sprache.

In einem zweiten Teil des Vortrages ging es um die vorhandenen Strukturen von Neptun Energy mit der Zentralstation in Steinitz, sechs Feldstationen, fünfzehn Gassammelpunkten, 137 offenen Bohrungen und ca. 600 km Leitungen.

Frau Todte wies auf die sichtbaren Leitungspfähle in Gelb für Erdgas und Weiß-Grau für Lagerstättenwasser hin.

Es ist darauf zu achten, dass im Bereich der Leitungen keine Erntegüter oder Lesesteine abgelegt werden.

Bei der Verlegung von Drainage oder Beregnungsleitungen ist eine Schachterlaubnis einzuholen.

Mögliche Schäden sind bitte unverzüglich an die ständig besetze Stelle in Steinitz 03901/881302 zu melden, so die Betriebsleiterin Altmark.

 

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband

Mitgliederversammlung: Niederschlagsdefizit ist besorgniserregend

„Wir befinden uns immer noch in einem Niederschlags-Defizit gegenüber dem Durchschnitt der Jahre“, so der Kreisvorsitzende Raimund Punke auf der Mitgliederversammlung.

Insbesondere der Monat März mit nur 4 Millimetern Regen war für die Landwirte besorgniserregend. Punke sprach von durchschnittlichen Ernteergebnissen.

Aktuell seien die Landwirte bei der Herbstaussaat und in der Endphase der Ernte.

Jedoch stellen die geringen Marktpreise und die hohen Produktionskosten eine betriebswirtschaftliche Herausforderung dar.

Die Viehbestandserhebung spiegelt auch für unseren Landkreis den langfristigen Abbau der Tierbestände wider.

Der Rückgang im Rinderbereich ist deutlich an den zunehmend viehlosen Weidekomplexen zu sehen, so Punke.

Weiter führte er aus, dass der Betrieb von Bestands-Biogasanlagen nicht vollumfänglich gesichert sei und dass das nun endlich geltende Biomassepaket höhere und kostenintensivere Anforderungen an die Flexibilität von Biogasanlagen beinhaltet.

Bei der Bundespolitik sei der von den Landwirten geforderte Politikwechsel nur in Ansätzen erkennbar. Viele Themen sind offen, um die heimische Wirtschaft gezielt zu entwickeln.

Positiv ist die Wiedereinführung der Agrardieselrückerstattung und das Verschwinden der Stoffstrombilanz.

Die Planungen der Bundesregierung für den Agrarhaushalt im Bundeshaushalt 2026 hat der Deutsche Bauernverband scharf kritisiert, so der Vorsitzende.

In seinen Ausführungen zur Arbeit des Kreisverbandes erwähnte er u.a. die Allgemeinverfügung zur Wasserentnahme, den Süd Ost Link Plus, den Landesentwicklungsplan, den regionalen Entwicklungsplan, die Aktivitäten bei der Nachwuchsgewinnung und die Mitarbeit in verschiedensten Beiräten im Landkreis.

Die Landwirtschaft wird immer ein dynamischer und biologischer Prozess sein, legte Punke anhand von Beispielen dar.

Durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in diesem Jahr brachen binnen eines Tages nahezu alle Exportmärkte für Fleisch- und Milchprodukte in Drittstaaten weg.

Die wirtschaftlichen Folgeschäden der Blauzungenkrankheit machen Sorgen.

Es treten immer wieder Fälle von Afrikanischer Schweinepest und ganz aktuell der Geflügelpest auf.

Die Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade kann sich zu einer ernsthaften Bedrohung im Kartoffel- und Zuckerrübenanbau entwickeln.

„Wir müssen gemeinsam verlässliche und wirtschaftsorientierte Politik an unserer Seite einfordern“, so das Fazit des Kreisvorsitzenden.

 

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband

Blick auf die Naturschutzpolitik in Land und Bund

Das Präsidium des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt hatte sich zum Thema „Naturschutzpolitik in Land und Bund- Kooperativ oder Rollback in die Vergangenheit?“ Referenten nach Oschersleben in die Motorsport Arena zum Austausch geladen.

Präsident Olaf Feuerborn betonte die Wichtigkeit einer praxistauglichen Naturschutzpolitik gemeinsam mit der Landwirtschaft in seiner Einführung in die Thematik.

Steffen Pingen nahm aus der Sicht des Deutschen Bauernverbandes die umweltpolitischen Vorhaben der Bundesregierung unter die Lupe.

Mit Blick in den Koalitionsvertrag und den dort beschriebenen Maßnahmen wie die Vereinfachung der TA-Luft, Instrumente zur Befreiung von den Regelungen in den Roten Gebieten oder die Reduktion von Ausgleichsbedarf bei Maßnahmen zum Klimaschutz stellte er fest, dass es noch vieles anzupacken gibt.

Zur EU-Wiederherstellungsverordnung, in der die Mitgliedstaaten verpflichtet werden, in allen Lebensräumen Wiederherstellungsmaßnahmen zu ergreifen und diese mittels eines nationalen Wiederherstellungsplans verbindlich zu planen, stellte er die Positionen des Bauernverbandes dar. Der Bezug für eine Wiederherstellung ist unklar.

Naturschutz geht nur in Kooperation mit der Landwirtschaft. Starres Ordnungsrecht und Eigentumserwerb lehnt der Verband ab.

Dr. Steffen Eichner, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, ging auf die novellierten Inhalte des Wassergesetzes ein.

Künftig soll der Wasserrückhalt in der Fläche gestärkt werden, um den Extremwetterereignissen begegnen zu können. Die Vorstellung der neuen Regelungen rufen Fragen aus der Praxis auf den Plan.

Der Umgang mit dem Wolf ist derzeit auf verschiedensten Verwaltungseben in der Betrachtung und Bearbeitung. Ein Praxisfazit: Wir müssen mit dem derzeitigen Bestand klarkommen.

Dr. Lothar Hövelmann von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) referierte zur nachhaltigen Produktivitätssteigerung.

Im extensivierungsorientierten EU Green Deal genießen Umwelt- und Sozialstandards eine höhere Priorität als Wirtschaftsziele.

Die Extensivierungs- Paradigmen funktionieren aus seiner Sicht so aber nicht.

Nur mit florierender Wirtschaft, die gleichzeitig Ausbeutung von Ressourcen meidet, kann auch Geld eingesetzt werden für Umwelt- und Sozialstandards.

Zu den nachhaltigen Produktivitätssteigerungen gehört der technische Fortschritt, die Künstliche Intelligenz, Sensoren, Roboter, Steuerungssysteme, Züchtung und auch Früherkennungssysteme bei der Tierbeobachtung.

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband

Vorstandsgespräch mit Landrat Kanitz im Drömling

Das jährliche Sommergespräch des Vorstandes mit dem Landrat fand in diesem Jahr im Drömling statt.

Mit einer Gesprächsrunde in der Apfelhütte in Kämeritz begann der Austausch zur aktuellen Lage in den Landwirtschaftsbetrieben, die von den Vorstandsmitgliedern betriebsindividuell dargelegt wurden.

Die Ernteergebnisse und die Preissituation, die Entwicklungen im Biogasbereich nach Auslaufen des EEG, die Situation mit den Arbeitskräften und die verhaltene Investitionsbereitschaft wurden diskutiert.

Zur Rolle der Energie für die weitere Entwicklung der Gesellschaft und zur Komplexität von rechtlichen Rahmenbedingungen fand ein sachlicher Austausch statt.

Weitere Inhalte waren u.a. der Eichenprozessionsspinner, der Wasserrückhalt in der Fläche und eine aufgabenerforderliche Verwaltung.

Den Praktikern lag der Neubau des Internates für die Azubis am Herzen.

Die Unterbringung der jungen Leute ist seit Jahren nicht mehr zeitgemäß und bedarf einer dringenden Änderung.

Landrat Kanitz gab sich optimistisch, dass die Finanzierung geklärt werden kann, um die gestiegen Baukosten zu schultern.

Mit dem Kremser ging es in die Flächen des Drömlings, zum Aussichtsturm bei Breiteiche und zur Stauanlage an der Sichauer Beeke.

In den großen Grünlandbereichen kam das Gespräch schnell auf die Verwertung des Aufwuchses, die bestehenden Bewirtschaftungsauflagen und die sinkenden Rinderbestände.

„Es wird immer schwieriger aus der landwirtschaftlichen Erzeugung heraus den Betrieb auf wirtschaftliche Füße zu stellen“, so Vorstandmitglied Friedrich Wilhelm Giggel.

Er wies auf die Abhängigkeit von Ausgleichsprogrammen und die sinkende Wertschöpfung im vor- und nachgelagerten Bereich hin.

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband

Übergabe der Berufsabschlusszeugnisse zum Start ins Berufsleben

Mit einer feierlichen Zeugnisübergabe wurden am Freitag voriger Woche die Jungfacharbeiterinnen und Jungfacharbeiter im landwirtschaftlichen Berufsstand begrüßt.

Frank Wiese, selbst Ausbilder und Vorsitzender des Fachausschusses Berufsbildung im Bauernverband Sachsen-Anhalt e. V. moderiete die Veranstaltung, auf der viele Angehörige, Vertreter der Ausbildungsbetriebe und mit der Ausbildung verbundene Personen anwesend waren.

35 junge Menschen bekamen ihre Berufsabschlusszeugnisse im Freizeit- und Eventcenter Salzwedel für den Beruf Landwirt/in überreicht.

Zum 9. Mal hatten die Berufsverbände die Veranstaltung organisiert, die von einem Gitarrenensemble der Kreismusikschule begleitet wurde.

„Sie sind jetzt Mitglied einer Berufsgruppe, die nicht wegzudenken ist in unserer Gesellschaft“, betonte Landrat Steve Kanitz bei der Eröffnung der Veranstaltung im Freizeitcenter Salzwedel.

Das bekräftigte auch Martin Dippe, stellvertretend für die landwirtschaftlichen Berufsverbände in seiner Festrede.

Wir feiern heute nicht nur den Abschluss, sondern den Beginn eines neuen Lebensabschnittes.

„Der Beruf Landwirt ist etwas ganz Besonderes“, so Dippe.

Wir verbinden Tradition und Innovation im Einklang mit der Natur.

Der für die Landwirtschaft zuständige Minister Sven Schulze richtete sich in seinen Grußworten auch an die Eltern: Sie können heute stolz darauf sein, dass ihre Kinder einen Berufsabschluss in der Tasche haben.

Das Zeugnis aus der Hand des Ministers zu empfangen, war für die Absolventen eine besondere Würdigung ihres Berufsabschlusses.

Minister Schulze nahm sich viel Zeit, um den jungen Menschen zu gratulieren und sie in den Mittelpunkt der Veranstaltung zu stellen.

Hannes Schöndube, einer von zwei Absolventen, die mit dem Berufsabschluss auch die Fachhochschulreife erlangt haben, dankte allen an der Ausbildung beteiligten Personen.

Wir haben erfahren, wie wertvoll Teamarbeit und Verantwortung sind, so Schöndube.

Den Wert der Ausbildung als Grundstein für den weiteren persönlichen Lebensweg, stellte Christian Raapke, Ausbildungsbetrieb Landwirtschaftliches Unternehmen Tangeln, in den Mittelpunkt seiner Rede.

„Die Praxis braucht gut ausgebildete junge Menschen, die für die Landwirtschaft einstehen und verantwortungsvoll mit der Natur, dem Boden und den Tieren umgehen“, so Raapke.

Mit der Freisprechung war der offizielle Teil beendet.

Herzliche Umarmungen, gute Gespräche und viele Fotos ließen bei einem kleinen Buffet den heißen Tag ausklingen.

Foto und Text: Annegret Jacobs, Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e. V.

 

 

 

 

 

Landwirte äußern sich im Radio zu ihrer Betroffenheit beim Süd-Ost-Link Plus

Der Süd-Ost-Link plus ist eine geplante Höchstspannungs-Gleichstromübertragung die unseren Landkreis als Abschnitt F komplett durchqueren wird.

Der als Erdkabel zu errichtende Neubau einer Trasse für die Hochspannungsgleichstromübertragung befindet sich im Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Bisher wurde ein 1.000 Meter breiter Korridor für weitere Planungsschritte genehmigt.

Im laufenden Planfeststellungsverfahren wird der konkrete Trassenverlauf ermittelt.

Die Trasse selbst wird dann in der Regel als Graben ausgehoben.

Zwei Schutzrohre werden verlegt und im Nachgang die Kabel eingezogen.

Anschließend wird der Boden wieder eingebaut.

Der darüberliegende Schutzstreifen von bis zu 12 Metern darf eingeschränkt bewirtschaftet, aber nicht bebaut werden.

Im Erdreich nimmt dann der Gleichstrom seinen Transitweg von Nord nach Süd.

Vorteile für unseren Landkreis sind nicht zu sehen, da wir weder Strom abnehmen noch einspeisen können.

Der in Gesetzen manifestierte gesamtgesellschaftliche Wille nach Veränderungen in der Energieversorgung ist entscheidend.

Aber mit der teilweise offenen Bauweise und den dazugehörigen Aushublagerflächen, den Baustraßen und Verladeplätzen für den Schwerlasttransport tut sich die Landwirtschaft schwer.

Ob in Eigentum oder Pacht, der Boden ist das wichtigste Gut für die Landwirte.

Einen so massiven Eingriff in das gewachsene Bodengefüge wird auch nach vielen Jahren noch zu sehen sein, sind sich die Landbewirtschafter sicher.

Das Zusammenfügen von durchquerten Drainagen oder Beregnungssystemen wird kein einfaches Unterfangen.

Bodenschutzkonzepte des Vorhabenträgers sollen dafür sorgen, dass die Landwirtschaft auf den beanspruchten Flächen wieder wie vorher möglich ist.

Für eine mögliche Erwärmung der Kabeltrasse und des darauf liegenden Bodens beim Stromtransport und die Auswirkungen auf den Pflanzenbau gibt es bisher keine gesicherten Erkenntnisse für die Region.

Die Skepsis unter den Bauern bleibt.

Vier Jahre nach Bauende müssten sie selbst beweisen, dass Folgeschäden, wie beispielweise Ertragsdepressionen, auf den Kabelbau und den Betrieb der Trasse zurückzuführen sind.

 

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e. V.

 

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