Jahresauftaktpressekonferenz in Magdeburg

In dieser Woche fand die diesjährige Jahresauftakt-Pressekonferenz des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt statt.

Der Landesvorstand hat der Landes- und Fachpresse einen Überblick zu den Themen gegeben, die aktuell relevant sind.

Aus der Sicht des Verbandes bleibt die wirtschaftliche Situation für die Landwirtschaftsbetriebe auch im laufenden Jahr sehr angespannt.

Steigende Energiepreise, höhere Betriebsmittelpreise, die Veränderungen im Lohngefüge und die in der Coronasituation gestörten Lieferketten werden sehr kritisch gesehen.

Bei anstehenden Investitionen herrscht große Unsicherheit und die Zunahme der Bürokratie bremst die Weiterentwicklung aus.

Mit Blick auf den anstehenden Veränderungen bei Tier- und Umweltschutz mahnte Bauernpräsident Olaf Feuerborn an, den Betrieben klare Perspektiven zu ermöglichen.

Foto: E. Hecht, Text: A. Jacobs

Frohe Weinachten und alles Gute für das neue Jahr

Wir sind der Adventszeit eines turbulenten Jahres. Ein Weg voller Höhen und Tiefen, voller Verzicht und Zuversicht  liegt hinter uns. Wir nähern uns dem heiligen Fest und hoffen auf die Stille in unseren Herzen. Gleichzeitig freuen wir uns auf die Gemeinschaft mit Menschen, die uns nah stehen. Wir warten auf ein neues Jahr, dass wir mit Zuversicht, Mut und Kraft beginnen werden.

Foto und Text: A. Jacobs

Landwirtschaft im Radio

Das Jahr 2022 neigt sich dem Ende.

Wie ist es aus der Sicht der Landwirte gelaufen? Susann Meier vom mdr Sachsen-Anhalt fing Originaltöne in der Landwirtschaftlichen Erzeugergemeinschaft Berge ein, um einen Radiobeitrag zu gestalten.

Der Geschäftsführer des Unternehmens Christian Mahlow und Annegret Jacobs vom Bauernverband stellten sich den Fragen am Mikrophon.

Der Blick zu Corona-Zeiten auf den Gesundheitsstatus der Mitarbeiter und die Erledigung aller anfallenden Arbeiten rund um das Jahr hat für enorme Anspannung gesorgt, so Mahlow.

Der Feldbau war und ist immer vom Wetter abhängig. Im Jahr 2021 war eins der besseren Jahre, obwohl die Erträge keine Jubelstürme ausgelöst haben.

Stark gestiegene Preise zum Beispiel bei Raps und Getreide und sich weiter festigende Preise bei Milch und Rindern stehen aktuell starke Verteuerungen beim Zukauf von Futter-, Düngemitteln und Energie gegenüber.

Die Altmark ohne Milchrinder wollen sich keiner vorstellen, obwohl der Rückgang der Bestände deutlich zu Tage tritt.

Vorstandsmitglied Mahlow stellte Forderungen an die neue Landesregierung auf: Bürokratieabbau, Perspektiven für tierhaltende Betriebe sowie eine Balance zwischen Ökologie und Ökonomie wurden dabei an vorderster Stelle genannt.

Die Landwirtschaft sichert Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und Einkommen im ländlichen Raum.

Landwirte sorgen dafür, dass die Tische gedeckt sind, so der Tenor aus dem Kreisbauernverband.

Foto und Text: Annegret Jacobs

Landwirtschaftsbetrieb in Jeseritz als „Ausbildungsbetrieb des Jahres 2021“ geehrt

Bereits zum 6. Mal hat der Kreisbauernverband einen Wettbewerb gestartet, um den Ausbildungsbetrieb des Jahres zu ehren.

Der Landwirtschaftsbetrieb Norbert Tendler in Jeseritz wurde als Sieger ausgewählt und bekam in dieser Woche, coronabedingt verspätet, sein Hoftorschild überreicht.

Der Kreisvorsitzende Raimund Punke sprach einen Dank an alle Betriebe aus, die sich in der Ausbildung engagieren und dafür sorgen, dass qualifizierter Nachwuchs ausgebildet wird.

Im Altmarkkreis Salzwedel gibt es 82 Ausbildungsbetriebe, die Mädchen und Jungen in den Ausbildungsberufen Landwirt, Tierwirt und Fachkraft Agrarservice ausbilden.

Friedrich Wilhelm Giggel, Vorjahres-Sieger aus dem benachbarten Jerchel, betonte, dass es viel Fingerspitzengefühl erfordert, die unterschiedlichsten betrieblichen Belange mit den geforderten Ausbildungsinhalten in Einklang zu bringen.

Auf der Suche nach Azubis stehen wir in Konkurrenz mit anderen Wirtschaftsbereichen.

„Wir müssen uns engagieren, um Jugendliche für eine Ausbildung in der Landwirtschaft zu begeistern“, so Giggel.

Der Kreisbauernverband unterstützt diese Suche durch die Begleitung der Berufsorientierung in den Schulen und Exkursionen in der Praxis sowie die Teilnahme an Berufsbildungsmessen.

Der Landwirtschaftsbetrieb Norbert Tendler in Jeseritz bildet seit 1997 Azubis für den Beruf Landwirt aus.

Derzeit gibt es 2 Azubis im 2. Ausbildungsjahr und für den Beginn im Sommer 2022 wurde eine Ausbildung bereits zugesagt.

Von 2003 bis 2021 sind bei Norbert Tendler 26 Landwirtsauszubildende betreut worden.

Bei der Ausbildung legt der Betrieb viel Wert auf selbständiges Arbeiten und fördert die Übernahme von Verantwortung.

Seit 2009 ist Norbert Tendler Vorsitzender des Prüfungsausschusses für den Beruf Landwirt/in.

Die Arbeit mit den Jugendlichen legt ihm sehr am Herzen.

Foto und Text: A. Jacobs

Landwirte sorgen sich um Weidetiere bei steigender Wolfspopulation

Mutterkuhhalter Luz Kulina aus dem Drömling machte in einem Gespräch mit MdL Sandra Hietel, CDU, auf die Situation der Weidetierhalter aufmerksam.

„Wenn meine Rinder auf der Weide sind, ist das für mich Stress, denn ich bin permanent dabei zu schauen, ob es den Tieren gut geht und sie noch in der Koppel sind“, so Kulina der den überwiegenden Teil seiner Tiere bereits aufgestallt hat.

Der kleine Biobetrieb hat sich der Charolaiszucht verschrieben und sieht die anwachsende Population von Wölfen als Gefahr für die Weidetierhaltung.

Auch Mutterkuhhalter Friedrich Wilhelm Giggel macht sich Sorgen und berichtete von Wolfssichtungen und verschwundenen Kälbern. Nur beweisen lässt sich nichts. Was bleibt ist ein mulmiges Gefühl.

Dennoch bemühen sie die Rinderhalter um ein Nebeneinander von Wolf und Weidetieren.

Sie passen ihre Arbeiten an die Vorschriften der Präventionsrichtlinien an, belegen als gestandenen Landwirte Zaunbau-Seminare und ziehen mit hohem Aufwand wolfsabweisende Zäune.

Sandra Hietel, Mitglied im Umweltausschuss des Landtages, hörte den Landwirten zu und brachte den Koalitionsvertrag ins Spiel. Darin steht für den Wolf die Überprüfung des Schutzstatus, die Feststellung des Erhaltungszustandes und die Hege der Bestände geschrieben.

Das hört sich nach einem langen Weg an.

Wie aus dem letzten Wolfsmonitoringbericht zu erkennen, steigt die Wolfspopulation weiterhin an.

Die Zahl der Übergriffe auf Nutztiere ist gesunken.

Erfreulich, da greift sicher der bessere Herdenschutz.

Des Weiteren wird der Rückgang aus der Sicht der Landwirte auch darauf zurückzuführen sein, dass Übergriffe nicht angezeigt werden und die individuelle Kleisthaltung von Weidetieren rückläufig ist.

Nichtsdestotrotz wird bei einer steigenden Population von Beutegreifern auch irgendwer die Beute sein.

Foto und Text: Annegret Jacobs

 

Landesbauernverbandstag zum zweiten Mal als Videokonferenz

Wie bereits vergangenen Jahr fand der Landesbauernverbandstag in digitaler Form statt.

Mit den Delegierten aus den Kreisverbänden wurden die erforderlichen Verbandsregularien behandelt und abgestimmt.

Über die geleistete politische Arbeit des Verbandes sprach Präsident Olaf Feuerborn.

Er unterstrich den Focus des Verbandes bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt.

Die Ausweisung der Roten Gebiete der Düngeverordnung und die Situation im Pflanzenschutz waren inhaltliche Schwerpunkte im Jahresverlauf.

Feuerborn beschrieb, wie vielfältig und zahlreich Gespräche auf den verschiedensten Ebenen geführt werden müssen, um überhaupt Dinge zu beeinflussen.

Ein weiterer inhaltlicher Tagesordnungspunkt war die Abstimmung über die Grundsatzpositionierung des Verbandes: Aus Respekt für die Landwirtschaft: Perspektiven für Unternehmen und ländlichen Raum/ Globale Verantwortung für Versorgungssicherheit und Umweltschutz politisch gestalten.

Des Weiteren wurden Forderungen zum nationalen Strategieplan der GAP verabschiedet.

Im öffentlichen Teil des digitalen Bauerntages fand eine Diskussion zum Thema „Klimaschutz contra Ökonomie- Gesellschaft contra Realität?“ statt.

Foto und Text: A. Jacobs

Mitgliederversammlung in Winterfeld: Bauern sind unverzichtbarer Teil der Gesellschaft

Die Mitgliederversammlung des Kreisbauernverbandes konnte unter Corona-Auflagen in diesem Jahr wieder mit live mit Landwirten und Gästen durchgeführt werden.

In seiner Begrüßungsrede hob der Versitzende Raimund Punke hervor, dass bei den gesellschaftlichen Diskussionen zur Klimaneutralität, zum Tierwohl und zur Biodiversität, die Sicherung der Ernährung keinesfalls unberücksichtigt bleiben darf.

Er brachte die Sorge der Bauern zum Ausdruck, dass bei den laufenden Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene befürchtet wird, dass Auflagen und Standards in den Focus rücken, die eine Balance zwischen Ökonomie und Ökologie nicht ermöglichen.

„Es ist der Landwirtschaft trotz aller Herausforderungen gelungen, die Bevölkerung seit Beginn der Corona- Pandemie reibungslos mit Nahrungsmitteln zu versorgen, so Punke.

Aber auch in der Landwirtschaft zieht Corona gravierende Auswirkungen nach sich.

Weiterhin ist die Angst in den Betrieben sehr hoch, dass bei der knappen Personaldecke Mitarbeiter ausfallen.

Es kommt zu Engpässen bei der Lieferung von Ersatzteilen und Betriebsmitteln.

Die Situation auf dem Schweinemarkt ist äußerst angespannt.

Angetrieben von der nahenden Afrikanischen Schweinepest und der Tierwohldebatte hat ein Strukturwandel eingesetzt, der sehr bedenklich ist.

Wenn wir die Versorgung mit regionalen Produkten wirklich wollen, ist an dieser Stelle politisches Handeln dringend erforderlich, so der Kreisvorsitzende mit Blick auf die anstehende Ausgestaltung der neuen Förderperiode der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik und der Strategie von Bund und Land.

Foto und Text: Annegret Jacobs

Regionalmarke „Drömlingsrind“ steht in den Startlöchern

Das Biosphärenreservat Drömling möchte mit einer Regionalmarke regionale Wirtschaftskreisläufe stärken und entwickeln.

Ein erster Baustein auf diesem Weg soll das “Drömlingsrind“ sein, welches schlussendlich als Drömlingsrindfleisch gekennzeichnet auf den Tellern landet.

Den extensiv auf den Grünlandflächen des Biosphärenreservates gehaltenen Rindern wird eine gute Fleischqualität zugesprochen.

Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung sollen an dieser Stelle Hand in Hand gehen.

Die Kriterien für die Anerkennung zum „Drömlingsrind“ sind erstellt und wurden auf einer Veranstaltung mit einer Überprüfungskommission, die sich derzeit im Aufbau befindet, diskutiert.

So müssen die Betriebsflächen der Rinderhalter überwiegend im Drömling sein.

Des Weiteren wird der Focus auf die extensive Weidehaltung und die Grünlandbewirtschaftung unter den Aspekten von Arten- und Biotopschutz gelegt.

Beim Zukauf von Futtermitteln, bei den Stallplätzen im Winter und bei der Schlachtung gibt es Vorgaben.

Langfristiges Ziel soll es sein, den gesamten Wirtschaftskreislauf in den Drömling zu holen.

„Insgesamt konnten 20 Betriebe aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen gewonnen werden, die bereit sind, den Prozess „Drömlingsrind“ zu begleiten“, so Regionalmanagerin Juliane Ruttkowski von der Biosphärenreservatsverwaltung.

Das Antragsverfahren für die Landwirtschaftsbetriebe soll möglichst noch in diesem Jahr beginnen.

Foto und Text: A.Jacobs Bauernverband

Berufsorientierungsprojekt für Neuntklässler mit Praxisbezug

Was willst du mal werden ist mit Sicherheit eine Frage, die nervig sein kann.

Aber irgendwann kommen Schülerinnen und Schüler an dieser Entscheidung nicht vorbei.

Mit dem Projekt „Tage in der Praxis“ kurz TIP steht im Altmarkkreis Salzwedel den Neuntklässler ein gutes Angebot zur Seite, um diese Aufgabe anzupacken.

Der Verein zur Förderung der Bildung Salzwedel e.V., betreut das TIP Angebot an den Sekundar- und Förderschulen.

Mit sehr viel Engagement des TIP-Projektteams werden die Jugendlichen unterstützt, um den Übergang von der Schulbank in eine Ausbildung und letztendlich in das Berufsleben anzugehen.

Einer der ersten Schritte ist es, potenziellen Arbeitgebern und Branchenvertretern in der Schule die Möglichkeit zu geben, die jeweiligen Ausbildungsberufe vorzustellen.

An sogenannten „Stammtisch-Zukunft“ erfolgt allen Schülergruppen ein persönlicher Austausch.

Neben der Kreishandwerkerschaft, der IHK, der Polizei und einzelnen Betrieben stellt der Bauernverband die Berufsausbildung in der Landwirtschaft vor.

In einem nächsten Schritt bekommen je nach herausgefundener Interessenslage die Schüler die Chance, Betriebe der gewählten Branche zu besichtigen.

An dieser Stelle sind viele Landwirtschaftsbetriebe dabei, diese Form der vertiefenden Berufsorientierung zu unterstützen.

Bestenfalls schließt sich hier der Kreis mit einem Praktikum und noch besser mit einem Ausbildungsvertrag im heimischen Landkreis.

Das Projekt TIP „Tage in der Praxis“ wird im Landesprogramm RÜMSA aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, des Landes Sachsen-Anhalt, der Bundesagentur für Arbeit und des Altmarkkreises Salzwedel gefördert.

Text: A. Jacobs – Bauernverband, Foto: VfB Salzwedel

Zwei neue Minister auf der Präsidiumssitzung beim Bauernverband

Noch nicht so flott über die Lippen gingen die Namen der neuen Ministerien bei der Begrüßung durch den Bauernpräsidenten Feuerborn auf der Präsidiumssitzung des Verbandes in Ebendorf.

Das gab der Tatsachse keinen Abbruch, dass sich mit Sven Schulze, Minister für Wirtschaft Tourismus, Landwirtschaft und Forsten sowie Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt zwei Minister die Zeit nahmen, um zu erfahren, was die Landwirte bewegt.

Die Parteien haben sich auf die Umstrukturierung der Ministerien geeinigt. „Der Name ist das Eine, die Arbeit wird das Wichtige sein“, so Sven Schulze, die durch seine siebenjährige Erfahrung aus Brüssel weiß, welche Auswirkungen dortige Beschlüsse auf die Landwirte haben können.

Die Ziele für die kommenden Jahre sind im Koalitionsvertrag festgelegt und es gilt, diese mit Leben zu erfüllen.

Willingmann betonte, dass es im Sinne dieses Vertrages über viele Dinge zu reden gibt.

Von Wasser bis zum Artenschutz sollte Umweltpolitik unideologisch, pragmatisch und dem Recht verpflichtend gestaltet werden.

Die Landwirte gaben den neuen Ministern in einer sachlichen Gesprächsatmosphäre Input aus der Praxis mit auf den Weg.

Regionale Landwirtschaft zu betreiben und den globalen Warenströmen ausgesetzt zu sein, sei im Grunde ein sehr schwieriges Unterfangen.

Der Rahmen für die Produktion in Deutschland wird immer enger gesetzt und die Marktpreise erzeugen Zwänge, aus denen sich die Landwirtschaft nicht befreien kann.

Die Bereitschaft Veränderungen anzugehen ist da, aber am Ende müssen die Unternehmen Geld verdienen, so die Praktiker.

Die Landwirte forderten ein konsequenteres Umsetzen der Herkunftskennzeichnung von Rohstoffen aus heimischer Produktion und den wissenschaftsbasierten Ansatz für die weitere Entwicklung für Landbewirtschaftung und Tierhaltung.

Präsident Olaf Feuerborn gab den Ministern mit auf den Weg, dass die beiden Häuser gut zusammenarbeiten sollen, Schnittstellen gemeinsam bearbeiten und damit die Landwirtschaft als Motor im ländlichen Raum letztendlich ihrer Aufgabe gerecht wird.

 Foto und Text: Annegret Jacobs – Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e. V.

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