Präsident Feuerborn

Jahresauftakt-Pressekonferenz 2026 des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V.

Auf der Jahresauftakt-Pressekonferenz des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt in dieser Woche stand die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft im Mittelpunkt.

Hohe Betriebsmittelkosten, steigende Energiekosten und Löhne bringen die Landwirtschaft in eine angespannte Situation.

Die derzeitige Preislage an den Agrarmärkten sei für die Landwirte äußerst unbefriedigend.

Die schwierige Marktlage sorgt für wenig Spielraum, um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, legte Hauptgeschäftsführer Marcus Rothbart dar.

„Deshalb müssen politische Entscheidungen die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produktion stärken“, sagte Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V.

Das Ziel der EU, die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft zu stärken, rückt mit dem Mercosur-Abkommen in weite Ferne.

„Dieses Abkommen hat zweifellos Bedeutung für die deutsche Wirtschaft, darf aber keinesfalls zu Lasten der deutschen Landwirtschaft gehen“, so der Präsident.

Wir würden zukünftig Lebensmittel importieren, die mit deutlich niedrigeren Tierwohl-, Umwelt- und Sozialstandards erzeugt wurden.

Der Verband sieht in der anstehenden Umsetzung der EU- Wiederherstellungsverordnung ebenfalls keinen guten Ansatz, um die Landwirtschaft zu unterstützen.

Vizepräsidentin Susann Thielecke legte den Focus auf die Direktvermarktung.

Die Botschaften des Lebensmitteleinzelhandels, dass es immer noch billiger gehe, sei angesichts der hohen Auflagen in der Produktion kein gutes Signal für die direktvermarktenden Betriebe, so Thielecke.

Extrem ausgeuferte Bürokratie und Kontrollen erschweren die weitere Entwicklung des Wirtschaftszweiges.

„Wir haben in der Landwirtschaft stabile Ausbildungszahlen“, betonte Vizepräsidentin

Katrin Beberhold. Das sei wichtig, um den fortlaufenden Generationswechsel in der Landwirtschaft vollziehen zu können.

Frauen sind als Führungskräfte in der Landwirtschaft nur mit 11 % zu verzeichnen.

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt, um Frauen sichtbar zu machen und zu stärken.

Foto: BV ST Text: PM BV ST und A. Jacobs

Grundsatzpositionierung auf dem Landesbauernverbandstag verabschiedet

„Wir haben gezeigt, dass es im ländlichen Raum einen großen Zusammenhalt gibt“, so Präsident Olaf Feuerborn beim Rückblick auf die Bauernproteste vom Anfang des Jahres.

Um ihren Ärger über die haushaltspolitischen Entscheidungen der Ampel Koalition zum Ausdruck zu bringen, haben viele Berufskollegen an verschiedenen Demonstrationen und Protesten teilgenommen.

Andere Branchen haben sich mit dem Widerstand solidarisiert, weil auch hier eine große Unzufriedenheit über die ausufernde Bürokratie und der fehlenden Unterstützung für die Wirtschaft vorherrscht, so Feuerborn auf dem 36. Bauernverbandstag im Bernstein Salzlandcenter in Staßfurt.

Wir brauchen eine starke Bundesregierung mit dem Focus auf die Wirtschaftspolitik an vorderster Stelle, so der Präsident mit Blick auf die Vertrauensfrage des Kanzlers und die geopolitischen Krisenherde in der Welt.

Die Arbeit des Berufsstandes bei anstehenden EU-Strategien und Entscheidungen sei genauso wichtig.

In den Brüsseler Amtsstuben liegen viele Expertisen vom Deutschen Bauernverband, so seine Erkenntnis von Arbeitsgesprächen auf dieser Ebene.

Forderungen zum Mercosur Abkommen, zum Umgang mit dem Wolf oder dem Erhalt von Wirkstoffen beim Pflanzenschutz sind nur einige Beispiele dafür.

Der Landesbauernverbandstag zog Bilanz über die berufsständische Arbeit auf Landes- und Kreisebene.

Um die Herausforderungen der Zukunft aktiv gemeinsam zu begleiten, diskutierten die delegierten Mitglieder eine Grundsatzpositionierung 2024 12 BVST Grundsatzpositionierung Bauernverbandstag Final und brachten sie mit Ergänzungen zur Abstimmung.

Inhaltlich geht es von einer stärkeren Berücksichtigung von landwirtschaftlichen Interessen bei europäischen Vorhaben, über eine starke heimische Produktion zu Ernährungssicherung bis hin zur Stärkung der Tierhaltung im eigenen Land.

Für ihr besonderes Engagement in der Berufsausbildung wurde die Agrargenossenschaft Trebitz e. G. aus dem Landkreis Wittenberg als „Ausbildungsbetrieb des Jahres“ geehrt.

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e. V.

Vorstandsgespräch mit dem geschäftsführenden Vorstand des Landesverbandes

„Es fehlt die Motivation für Investitionen in der Tierhaltung“, so Christian Mahlow bei einem Gespräch des Kreisvorstandes mit dem Präsidenten Olaf Feuerborn und dem ersten Vizepräsidenten Sven Borchert in Berge.

Nachdem er die Eckdaten seines Betriebs, der 300 Milchkühe hält, vorgestellt hatte, umriss er die Situation.

„Produktionsabbau und Stagnation können auf Dauer so nicht bleiben, wenn die Landwirtschaft weiterhin als Arbeitgeber im ländlichen Raum erhalten bleiben soll“, so das Vorstandsmitglied.

Obwohl die massiven Proteste der Bauern, den Focus der Bevölkerung auf die Landwirtschaft gelenkt haben, hat sich im politischen Gerangel bisher wenig getan.

Dennoch war es wichtig, dass die Landwirtschaftsverbände geschlossen aufgetreten sind und ihre Forderungen auf die Straße gebracht haben, so Präsident Feuerborn.

Das andere Ergebnisse, allen voran der Erhalt der Agrardieselrückvergütung, erwartet wurden, war allen klar.

Seit Jahren ist die Landwirtschaft mit bürokratischen Lasten und Wettbewerbsnachteilen konfrontiert.

So war das diesjährige Agrarantragsverfahren bis zum letzten Tag von Änderungen gekennzeichnet.

Die viel zu späte Bereitstellung von Informationen ist dem politischen Spielchen zwischen Bundes- und Landeregierungen geschuldet, legte Sven Borchert dar.

Der viel geforderte Abbau der Bürokratie lässt weiterhin auf sich warten, genau wie die Signale aus dem BMEL die Landwirtschaft in Schwung bringen zu wollen, so ein Fazit der Gesprächsrunde.

Foto und Text: A. Jacobs – Bauernverband Altmarkkreis salzwedel e. V.