Präsident Olaf Feuerborn

Bauernpräsident Rukwied mit deutlichen Worten im Podium in Staßfurt

In seinem Eingangsstatement vor einer anschließenden Podiumsdiskussion im öffentlichen Teil des Bauernverbandstages fand DBV-Präsident Joachim Rukwied deutliche Worte.

„SUR ist Tod“, verkündete er.

Die zuvor per Telefon an den Präsidenten übermittelte Botschaft, dass die sogenannte Sustainable Use Regulation (SUR) am selben Tag im EU-Parlament gescheitert ist, ließ den Berufsstand aufatmen.

„Unser Auftrag ist es, hochwertige Lebensmittel zu produzieren und dazu gehört auch der Schutz der Pflanze“, gab sich Rukwied kämpferisch.

Auf vielen Ebenen hatten sich die Bauern dafür eingesetzt, um im Pflanzenschutz Pauschalverbote und praxisferne Vorgaben zu verhindern.

Mit Blick auf die Brüsseler Regeln für die Landwirten nahm Rukwied das Naturwiederherstellungsgesetz (NRL) aus Korn.

„Welche Natur wollen wir denn wiederherstellen, die der Dinosaurier?“, stellte er die Frage in den Raum.

Naturschutz muss nach vorn gerichtet sein, in Kooperation mit den Landwirten und mit Anreizen statt Verboten, so der Präsident.

Er forderte eine starke Landwirtschaft in Deutschland und stellte fest, dass einige Politiker noch tüchtig was lernen müssen.

Wenn sich die Politik in Berlin nicht grundsätzlich ändert, laufen wir der Gefahr entgegen, die Wirtschaft in Deutschland abzuschaffen.

In der moderierten Diskussion spielte die Tierhaltung eine große Rolle.

Die Präsidenten Feuerborn und Rukwied und auch Minister Sven Schulze waren sich einig, dass die Tierhaltung ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft ist, die Kreislaufwirtschaft erhalten werden muss und es noch viel zu tun gibt, um die Produktion in unserem Land zu halten.

Foto und Text: A.Jacobs Bauernverband

Gremiensitzung des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt in Bernburg mit Blick auf die Internationale Lage

Ein Auszug aus der Präsidiumserklärung vom 17.03.2022

„Der Bauernverband Sachsen-Anhalt und seine assoziierten Verbände verurteilen den Krieg in der Ukraine und stehen solidarisch an der Seite des ukrainischen Volkes. Die Gedanken sind nicht nur bei landwirtschaftlichen Berufskolleginnen und -kollegen und deren Familien, die massiv unter den russischen Angriffen leiden. Wir unterstützen alle Initiativen, die dem Leiden der Zivilbevölkerung in der Ukraine umgehend Abhilfe verschaffen. Das Präsidium des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt trägt die gegen das Regime in Russland gerichteten Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung mit, auch wenn diese für unsere Branche sehr große Herausforderungen mit sich bringen. Es geht dabei um nicht weniger als die Bewahrung einer Friedensordnung in Europa und das Respektieren der territorialen Unverletzbarkeit von souveränen Staaten.“

Unter dem Blickwinkel von steigenden Betriebsmittelkosten und Futterpreisen, turbulenten Entwicklungen der Weltagrarmärkte und der Gewährleistung der Versorgungssicherheit standen vielfältige Themen auf der Agenda der Vorstandssitzung.

So wurde der weitere Umgang mit den Fachgutachten zu Grundwassermessstellen besprochen.

Die Fortführung des Niederländischen Modells und die aktuelle Veröffentlichung der Kulissen zu den Gewässerabständen nach Pflanzenschutz- Anwendungsverordnung, WHG und DüV spielten ebenso eine Rolle wie der Landeshaushalt und die Ausgestaltung künftiger Agrarprogramme.

Präsident Olaf Feuerborn betonte, dass bei allen Arbeitsebenen die Sicherheit der Verfügbarkeit von Lebensmitteln stark in den Focus genommen werden muss.

 

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband

Jahresauftaktpressekonferenz in Magdeburg

In dieser Woche fand die diesjährige Jahresauftakt-Pressekonferenz des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt statt.

Der Landesvorstand hat der Landes- und Fachpresse einen Überblick zu den Themen gegeben, die aktuell relevant sind.

Aus der Sicht des Verbandes bleibt die wirtschaftliche Situation für die Landwirtschaftsbetriebe auch im laufenden Jahr sehr angespannt.

Steigende Energiepreise, höhere Betriebsmittelpreise, die Veränderungen im Lohngefüge und die in der Coronasituation gestörten Lieferketten werden sehr kritisch gesehen.

Bei anstehenden Investitionen herrscht große Unsicherheit und die Zunahme der Bürokratie bremst die Weiterentwicklung aus.

Mit Blick auf den anstehenden Veränderungen bei Tier- und Umweltschutz mahnte Bauernpräsident Olaf Feuerborn an, den Betrieben klare Perspektiven zu ermöglichen.

Foto: E. Hecht, Text: A. Jacobs

Zwei neue Minister auf der Präsidiumssitzung beim Bauernverband

Noch nicht so flott über die Lippen gingen die Namen der neuen Ministerien bei der Begrüßung durch den Bauernpräsidenten Feuerborn auf der Präsidiumssitzung des Verbandes in Ebendorf.

Das gab der Tatsachse keinen Abbruch, dass sich mit Sven Schulze, Minister für Wirtschaft Tourismus, Landwirtschaft und Forsten sowie Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt zwei Minister die Zeit nahmen, um zu erfahren, was die Landwirte bewegt.

Die Parteien haben sich auf die Umstrukturierung der Ministerien geeinigt. „Der Name ist das Eine, die Arbeit wird das Wichtige sein“, so Sven Schulze, die durch seine siebenjährige Erfahrung aus Brüssel weiß, welche Auswirkungen dortige Beschlüsse auf die Landwirte haben können.

Die Ziele für die kommenden Jahre sind im Koalitionsvertrag festgelegt und es gilt, diese mit Leben zu erfüllen.

Willingmann betonte, dass es im Sinne dieses Vertrages über viele Dinge zu reden gibt.

Von Wasser bis zum Artenschutz sollte Umweltpolitik unideologisch, pragmatisch und dem Recht verpflichtend gestaltet werden.

Die Landwirte gaben den neuen Ministern in einer sachlichen Gesprächsatmosphäre Input aus der Praxis mit auf den Weg.

Regionale Landwirtschaft zu betreiben und den globalen Warenströmen ausgesetzt zu sein, sei im Grunde ein sehr schwieriges Unterfangen.

Der Rahmen für die Produktion in Deutschland wird immer enger gesetzt und die Marktpreise erzeugen Zwänge, aus denen sich die Landwirtschaft nicht befreien kann.

Die Bereitschaft Veränderungen anzugehen ist da, aber am Ende müssen die Unternehmen Geld verdienen, so die Praktiker.

Die Landwirte forderten ein konsequenteres Umsetzen der Herkunftskennzeichnung von Rohstoffen aus heimischer Produktion und den wissenschaftsbasierten Ansatz für die weitere Entwicklung für Landbewirtschaftung und Tierhaltung.

Präsident Olaf Feuerborn gab den Ministern mit auf den Weg, dass die beiden Häuser gut zusammenarbeiten sollen, Schnittstellen gemeinsam bearbeiten und damit die Landwirtschaft als Motor im ländlichen Raum letztendlich ihrer Aufgabe gerecht wird.

 Foto und Text: Annegret Jacobs – Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e. V.

Agrarpolitisches Forum der Ostbauernverbände: Ländlicher Raum nur mit der Landwirtschaft

Keine leichte Aufgabe für Ralf Stephan, Chefredakteur der Bauernzeitung, das agrarpolitische Forum der Landesbauernverbände aus Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt als Hybridveranstaltung im Panoramasaal der Messe Erfurt zu moderieren.

Während die Präsidenten der Landesbauernverbände am 22.04.2021 vor Ort waren, wurden die Bundestagsabgeordneten dem Forum digital zugeschaltet.

Die den Corona-Bedingungen gut angepasste Veranstaltung hatte mit der Internetübertragung so einige Hänger.

Eine Diskussion mit fünf Landespräsidenten und den Vertretern der Bundesparteien zu verfolgen ist ohnehin ein schwieriges Unterfangen.

Es war aber dennoch eine gute Informationsgelegenheit für die Landwirte in den neuen Bundesländern.

Die im Bundestag vertretenen Fraktionen nutzten die Veranstaltung, um die agrarpolitischen Ziele ihrer jeweiligen Partei darzulegen.

Es war teilweise krass, was sich die gewählten Bauernpräsidenten und gestandenen Praktiker an politischen Vorstellungen anhören mussten, ehe sie selbst zum Zuge kamen.

Als kleinster gemeinsamer Nenner der Politiker bleibt die Aussage, dass der ländliche Raum ohne Landwirtschaft nicht funktionieren wird.

Der Standpunkt der Bauernverbände lautet: Landwirte brauchen Rahmenbedingungen, die ihnen als Unternehmer erlauben, ihr Unternehmen ökonomisch zu führen.

Nicht nur bei der Produktion von Lebensmitteln, sondern auch bei allen anderen zunehmend in den Focus rückenden Leistungen im Tier-, Umwelt-, Klima- und Artenschutz wird das so sein.

Videomitschnitt des agrarpolitischen Forums unter folgendem Link:  https://vimeo.com/540748044/966f4b1f12

Text: A. Jacobs Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e. V. + Foto: Screenshot Forum,

Präsidiumssitzung mit dem Schwerpunkt Klimapolitik

Für die Sitzung des Präsidiums des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt wurde das Thema „Landwirtschaft und aktuelle Klimapolitik – Chancen und Herausforderungen“ gewählt.

Präsident Olaf Feuerborn betonte in seinen einführenden Worten, dass der Berufsstand im dritten Jahr in Folge mit der Trockenheit konfrontiert ist. Nach dem Trockenjahr 2018 haben sich in den Folgejahren bisher die Wasservorräte nicht wieder normalisieren können.

„Es sei erstaunlich, was die Pflanzen unter den schwierigen Bedingungen an Ertragsleistungen bringen können“, stellte der Präsident fest.

Letztendlich sei aber die Erntemenge, die verkauft oder veredelt werden kann entscheidend für die Liquidität der Betriebe, die im Moment sehr angespannt ist.

Ob wir Klimaveränderungen haben oder drei trockenen Jahre in Folge, sei eine Frage, die so einfach nicht zu beantworten sei.

Dazu hatte sich der Verband aber Experten vom Thünen-Institut, dem Umweltbundesamt und dem Deutschen Bauernverband geladen, die sich nach ihren Impulsvorträgen der Diskussion mit dem Berufsstand stellten.

Text + Foto: A. Jacobs, BV AMK SAW e. V.

Gespräch der Kreisbauernverbände mit Ministerin Dalbert zum Erhalt der AGZ

Am Rande des Flämings in Schopsdorf trafen sich kürzlich Landwirte mit Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert und ihrem Agrarstaatssekretär Dr. Ralf-Peter Weber. Eingeladen hatten die Bauernverbände Salzwedel, Stendal, Jerichower Land, Anhalt, Wittenberg und Börde, um gemeinsam mit betroffenen Bauern vor Ort über die Fortführung der Ausgleichzulage für benachteiligte Gebiete (AGZ) zu sprechen.

Im April hatte die Ministerin in einem Schreiben die Berufsverbände informiert, dass für das kommende Jahr die AGZ eingestellt wird.

Präsident Feuerborn kritisierte in seinem Antwortscheiben, dass die Politik mit ihrer Entscheidung die Wettbewerbsfähigkeit bestehender Unternehmen im ländlichen Raum schwächt und ein funktionierendes Programm ohne Not eingestellt.

Seit 1975 gibt es die gezielte Förderung von Landwirtschaft durch die Ausgleichszulage, die laut EU-Recht zur dauerhaften Nutzung landwirtschaftlicher Flächen und damit zur Erhaltung des ländlichen Lebensraums sowie zur Erhaltung und Förderung von nachhaltigen Bewirtschaftungsformen dient. Insbesondere dort, wo eine Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung droht, die Agrarflächen nur schwach ertragsfähig sind und aufgrund natürlicher Benachteiligung nur deutlich unterdurchschnittliche Produktionsergebnisse zulassen, gleicht die AGZ wirtschaftliche Nachteile zum Teil aus.

In Sachsen-Anhalt werden nach den derzeit geltenden Kriterien rund 23 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche als benachteiligtes Gebiet eingestuft.

Die AGZ kann in vielen Gebieten auch aus einem anderen Blickwinkel gesehen werden.

So berichteten die anwesenden Landwirte von der Lage ihrer Flächen in Schutzgebieten, wie Natura2000-, Landschaftsschutz- oder Naturschutzgebieten oder in Biosphärenreservaten. Viele naturräumliche Besonderheiten, schützenswerte Güter in Flora und Fauna sind auf die aktive Pflege der Kulturlandschaft durch praktische Landwirtschaft angewiesen.

Das Treffen in Schopsdorf verließen die Landwirte mit Zuversicht, konnte man der Ministerin und ihrem Staatssekretär doch die Bedeutung der AGZ nochmal verdeutlichen.

Jetzt müssen weitere Entscheidungen im Landwirtschaftsministerium folgen.

Foto: Christian Apprecht, Text: Apprecht/ Jacobs, Bauernverband