Vorstandsgespräch

Sommergespräch mit Landrat Michael Ziche

Der Kreisvorstand traf sich zu seinen jährlich Sommergespräch mit Landrat Michael Ziche in der Agrarprodukte Dambeck eG.

Landrat und Berufsstand tauschten sich zu vielfältigen Themen aus.

Die Mähdruscharbeiten sind bis auf Restflächen geschafft und die Ernteergebnisse im dritten Jahr in Folge nur unter dem langjährigen Durchschnitt, berichteten die Praktiker.

Damit war gleich ein Punkt gesetzt: das Wasser.

Auf der eine Seite wieder ein Jahr, wo die Natur mit wenig Wasser umgehen muss und auf der anderen Seite der Anspruch der Landwirte, die Feldkulturen mit Beregnung zu stabilen Erträgen und Qualitäten führen zu können.

Das Antragsverfahren einer wasserrechtlichen Erlaubnis, die Befristung einer solchen, die hohen Entnahmemengen der umliegenden niedersächsischen Landkreise und die Chancen einer Wasserrückhaltung wurden aus mehreren Blickwinkeln diskutiert.

Angesprochen wurde von den Landwirten die aktuellen Straßenerneuerungsmaßnahmen und Brückensperrungen, die die Erntearbeiten und die Abfahrt von Ernteprodukten sehr erschweren.

Photovoltaikstrom von großen Feldflächenanlagen im Spannungsfeld zwischen  Bodenschutz und stabilen Einnahmequellen, die nitratsensiblen Gebiete innerhalb der Düngeverordnung, der Wolf, Tierschutzaspekte, die Fachschulklasse Ökologischer Landbau, Grundstücksverkehr und Agarstruktur waren weitere Gesprächsthemen.

Wie sich die Situation mit der Corona Pandemie weiter entwickelt wird auch Einfluss auf Marktentwicklungen für Landwirtschaftsprodukte haben.

Behördliche Begleitung und gesunder Menschenverstand werden gefragt sein, denn Homeoffice für die Tierbetreuung wird es nicht geben.

Text + Foto: A. Jacobs, BV AMK SAW e. V.

Vorstand im Gespräch mit Landrat Ziche

Der Vorstand des Kreisbauernverbandes und Landrat Michael Ziche trafen sich in der vorigen Woche in der Landwirtschaftsprodukte e.G. in Bandau.

Der Betrieb hatte sich entschlossen, die Milchviehhaltung aufzugeben und ist in die Mast von Färsen umgestiegen.

Am Standort in Peertz erläuterte Geschäftsführer Harald Könnig den Ansatz, weiterhin Rinder im Betrieb zu halten.

Beim Zukauf von weiblichen Mastrindern ist der Betrieb dabei Handelsbeziehungen, auch zu Mutterkuhhaltern aus dem Landkreis, aufzubauen. Fütterung und Haltung spielen eine Rolle bei zahlreichen Zertifizierungsverfahren, die wiederum die Grundlage für Verkauf und Vermarktung sind.

Eigentlich wollte der Landwirtschaftsbetrieb mehr Wert auf Regionalität legen und hat Probeschlachtungen bei ansässigen Schlachtunternehmen durchgeführt.

Leider hatte sich die Idee nicht verwirklichen lassen und so gehen die Tiere an ferne Schlachthöfe und das wertvolle Fleisch in andere Länder der EU.

Im Gespräch mit dem Landrat war ein Faden schnell gefunden, denn die Landwirtschaft ist häufig Thema in der Presse.

Die Bauern sind sehr sensibel, wenn es um pauschale Darstellungen zum Umgang mit Wasser, zu Forderungen zur Düngeverordnung, zur Ausbringung von organischem Dünger oder beispielsweise zur Agrarstruktur geht.

Die Praktiker berichteten von der Ernte der Feldfrüchte, die bedingt durch den Wassermangel des Vorjahres auch in diesem Jahr nicht zufriedenstellend ist und die finanzielle Lage in den Betrieben sehr anspannt.

Die Tendenz der Auszahlungspreise für die Milch verschärfen die Situation noch.

Wiederkehrendes Thema war der Auswuchs der Bürokratie.

Die Betriebe empfinden die Zunahme der Regelungswut in Deutschland, oft unter dem Deckmäntelchen der EU, als riesigen Belastungsfaktor.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.