Fred Neuling

Europaabgeordnete informiert sich in der Landwirtschaft vor Ort

Auf Einladung des Bauernverbandes Altmarkkreis Salzwedel besuchte MdEP Sabrina Repp die Wallstawe eGbR.

Die SPD Politikerin sitzt für Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt im Europäischen Parlament.

Sie ist Mitglied im Ausschuss für Regionale Entwicklung und im Ausschuss für Kultur und Bildung.

Da es ein Regionalbüro in Salzwedel gibt, lag es nahe, mit der Landwirtschaft ins Gespräch zu kommen.

Die Wallstawe eGbR war Gastgeber für eine Gesprächsrunde und einen Betriebsrundgang.

Die anwesenden Gesellschafter des Betriebes, die Bauernverbandsvertreter und die Politikerin sprachen über die Verhandlungen für den künftigen mehrjährigen Finanzrahmen der EU, die Ausgestaltung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik und die Einflussmöglichkeiten durch das Europäische Parlament.

Die Landwirte umrissen ihre gegenwärtige Situation zwischen gestiegenen Kosten, insbesondere bei Energie und Düngemitteln, sowie den nicht auskömmlichen Erlösen bei ihren Marktprodukten.

Der Betrieb stellte sein breites Produktionsspektrum und sein neuestes Investitionsvorhaben im Bereich der erneuerbaren Energien vor.

„Es ist wichtig, den Fortbestand der Landwirtschaftsbetriebe vor Ort durch eine verlässliche und ausreichend finanzierte europäische Agrarpolitik zu sichern“, so der Gesellschafter Fred Neuling mit Blick auf den Erhalt von Arbeitsplätzen vor Ort.

Die Gesprächspartner waren sich einig, dass die Maßnahmen in der GAP ab 2028 für alle Betriebe, unabhängig von Größe und Rechtsform, eine einkommenswirksame und verlässliche Basiszahlung sein müssen.

Es wurde über die aktuellen Entscheidungen der EU zum Hilfspaket für Düngemittel, den Regelungen für den Umgang mit verschiedenen Methoden der Gentechnik und den Patenten auf Saatgut gesprochen.

Im Stall der rund tausend Milchrinder des Betriebes konnte sich die Politikerin von den Haltungsbedingungen und der Ruhe im Stall selbst ein Bild machen.

Einen konstruktiven Austausch gab es beim Rundgang zu den betrieblichen Arbeitsplätzen, zur Nachwuchsgewinnung und Ausbildung, den Investitionskosten, den Zukunftsaussichten und zur ausufernden Bürokratie.

Foto: Max Schubert      Text: A. Jacobs

Landrat Kanitz im Gespräch mit dem Vorstand

Gemeinsam mit dem Landrat Steve Kanitz besichtigten die Vorstandsmitglieder das „Lager 72 Wallstawe- Warenhaus und Cafe“.

Betriebsleiter Fred Neuling erläuterte die Philosophie des neuen Geschäftszweiges.

„Auf die Herkunft der Lebensmittel, die zum Teil von der eigenen Scholle und aus der ortsansässigen Rinderhaltung stammen, legen wir großen Wert, so Neuling von der GbR Wallstawe.

Das anschließende Gespräch wurde genutzt, um Sachlagen aus der Praxis in die Verwaltung zu tragen.

Die Praktiker schätzten ein, dass sie bei jetziger Wetterlage noch 8 bis 10 Druschtage brauchen, um die diesjährige Ernte vom Feld zu holen.

Die ca. 100 mm Regen im Juli habe die Erntearbeiten zum Stehen gebracht.

Teilweise steht noch der Raps. Die Strohgewinnung wird schwierig.

Der Niederschlag sei aber ein Segen für das Grünland, den Mais und die Rüben, waren sich die Landwirte einig, die nun mit erschwerten Erntebedingungen und sinkenden Qualitäten umgehen müssen.

Es gab dann genügend Raum, um Probleme anzusprechen.

Die Suche nach qualifizierten Fachkräften sei kräftezehrend. Manch Betrieb hat sich von arbeitsintensiven Produktionszweigen verabschiedet, beispielsweise von der Milchproduktion.

Die zunehmende Bürokratie, lange Genehmigungsverfahren, die komplizierte Agrarantragstellung und das steigende Anlastungsrisiko schwäche die Bereitschaft weiter in die Standorte zu investieren.

Wasser und Landwirtschaft müssen immer gemeinsam betrachtet werden. Von der Allgemeinverfügung, über Feldberegnung bis zum Wasserrückhalt in der Fläche, die Landwirtschaft ist auf Wasser angewiesen.

Die Praktiker forderten, dass Verwaltungshandeln logischer, mehr Ermessenspielräume nutzend und ergebnisorientierter sein müsste.

Landrat Kanitz betonte, dass er die Sorgen verstehen kann.

Er bat darum, konkrete Sachlagen schneller auf den Tisch zu bringen.

Für Probleme herrscht Meldepflicht, so der Landrat.

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband