Das Präsidium des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt hatte sich zum Thema „Naturschutzpolitik in Land und Bund- Kooperativ oder Rollback in die Vergangenheit?“ Referenten nach Oschersleben in die Motorsport Arena zum Austausch geladen.
Präsident Olaf Feuerborn betonte die Wichtigkeit einer praxistauglichen Naturschutzpolitik gemeinsam mit der Landwirtschaft in seiner Einführung in die Thematik.
Steffen Pingen nahm aus der Sicht des Deutschen Bauernverbandes die umweltpolitischen Vorhaben der Bundesregierung unter die Lupe.
Mit Blick in den Koalitionsvertrag und den dort beschriebenen Maßnahmen wie die Vereinfachung der TA-Luft, Instrumente zur Befreiung von den Regelungen in den Roten Gebieten oder die Reduktion von Ausgleichsbedarf bei Maßnahmen zum Klimaschutz stellte er fest, dass es noch vieles anzupacken gibt.
Zur EU-Wiederherstellungsverordnung, in der die Mitgliedstaaten verpflichtet werden, in allen Lebensräumen Wiederherstellungsmaßnahmen zu ergreifen und diese mittels eines nationalen Wiederherstellungsplans verbindlich zu planen, stellte er die Positionen des Bauernverbandes dar. Der Bezug für eine Wiederherstellung ist unklar.
Naturschutz geht nur in Kooperation mit der Landwirtschaft. Starres Ordnungsrecht und Eigentumserwerb lehnt der Verband ab.
Dr. Steffen Eichner, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, ging auf die novellierten Inhalte des Wassergesetzes ein.
Künftig soll der Wasserrückhalt in der Fläche gestärkt werden, um den Extremwetterereignissen begegnen zu können. Die Vorstellung der neuen Regelungen rufen Fragen aus der Praxis auf den Plan.
Der Umgang mit dem Wolf ist derzeit auf verschiedensten Verwaltungseben in der Betrachtung und Bearbeitung. Ein Praxisfazit: Wir müssen mit dem derzeitigen Bestand klarkommen.
Dr. Lothar Hövelmann von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) referierte zur nachhaltigen Produktivitätssteigerung.
Im extensivierungsorientierten EU Green Deal genießen Umwelt- und Sozialstandards eine höhere Priorität als Wirtschaftsziele.
Die Extensivierungs- Paradigmen funktionieren aus seiner Sicht so aber nicht.
Nur mit florierender Wirtschaft, die gleichzeitig Ausbeutung von Ressourcen meidet, kann auch Geld eingesetzt werden für Umwelt- und Sozialstandards.
Zu den nachhaltigen Produktivitätssteigerungen gehört der technische Fortschritt, die Künstliche Intelligenz, Sensoren, Roboter, Steuerungssysteme, Züchtung und auch Früherkennungssysteme bei der Tierbeobachtung.
Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband
Auf der Präsidiumssitzung des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e. V. konnte Präsident Feuerborn den Direktor des MDR-Landesfunkhauses Sachsen-Anhalt, Tim Herden, begrüßen.
Der aus Halle stammende Herden legte zunächst aus seiner Sicht dar, welchen Stellenwert die Berichterstattung über die Landwirtshaft hat.
Die Krux sei, so Herden, dass die Medien nur dann in die Landwirtschaft schauen, wenn es Probleme gibt.
Viele Themen, wie z.B. die Milchpreisbildung oder hohe Energiepreise seien für die Bauern wichtig, für eine Berichterstattung aber viel zu kompliziert.
Meist wird die Landwirtschaft aus Verbrauchersicht dargestellt.
Dabei ist sehr beliebt, die Idylle aufrecht zu erhalten.
Die Medien berichten zu wenig darüber, was wirklich in der Praxis läuft, schätze Herden selbstkritisch ein.
Sein Wunsch sei es, mehr zu machen über den ländlichen Raum, die Dörfer, die Menschen und die Landwirtschaft.
„Aber wir wollen das nicht unkritisch tun“, so der seit Dezember letzten Jahres im Amt tätige Funkhausdirektor.
Am Anschluss stellte er sich den zahlreichen Fragen und Anregungen des Publikums.
Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e. V.
„Nutztierhaltung und Tierwohl im Focus – wie kann es weiter gehen?“ so der Hauptschwerpunkt der Online Präsidiumssitzung der Bauernverbandes Sachsen-Anhalt.
Doch wohin will die Gesellschaft die Nutztierhaltung entwickeln und werden diese Wünsche auch ökonomisch tragfähig sein, sind Fragen, dessen Antworten sich nebulös zeigen.
Roger Fechler vom Deutschen Bauernverband war der Konferenz zugeschaltet, um den Fortgang bei der BMEL Nutztierstrategie zu erläutern.
Die Weiterentwicklung und Umsetzung der Nutztierstrategie steht im Mittelpunkt der Arbeit des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung unter Vorsitz des ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister Jochen Borchert.
In den von der Borchert-Kommission vorgelegten Vorschlägen werden Handlungsoptionen aufgezeigt, Finanzierungsmöglichkeiten dargelegt und Schritte zur Umsetzung beschrieben.
Die vom BMEL in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie dazu liegt vor.
Einzelne Ergebnisse stellte Referatsleiter Fechler den Zuhörern vor.
Aus der Sicht des DBV ist die Finanzierung zu klären, sind die Blockaden beim Baurecht zu ändern und die Kriterien-Entwicklung in geordnete Bahnen zu bringen.
Dr. Leif Balz, Referent Agrar und Ernährung der Schwarz Gruppe, stellte sich nach seinem Vortrag „Tierschutz, aber billig – Verkauf tierischer Produkte als Herausforderung für mehr Wertschätzung und Wertschöpfung“ den Fragen der Bauern.
Text + Foto: Annegret Jacobs – Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e. V.