Zwei Landwirtschafts- Demos in der Hauptstadt Berlin

Bauern-Demo Berlin 2015Unter dem Motto „Wir machen euch satt“ sind am Vormittag zum zweiten Mal und dem Slogan „Wir haben es satt“ am Nachmittag zum sechsten Mal tausende Demonstranten in Berlin auf die Straße gegangen.
Auf dem Washingtoner Platz am Hauptbahnhof hatten sich Landwirte aus allen Teilen Deutschlands versammelt, um dem Aufruf eines engagierten Teams praktizierender Landwirte zu folgen, die es sich nicht länger wortlos gefallen lassen wollten, das in einem Demozug pauschal gegen die Landwirtschaft getrommelt wird.
Marcus Holtkötter, einer der Hauptinitiatoren, betonte mit seinen Worten, dass die Art und Weise des Umgangs mit der Landwirtschaft außer Kontrolle geraten ist. Verbraucher wissen heute immer weniger, wie Lebensmittel erzeugt werden. Das werde mit negativ besetzten, Angst schürenden Schlagworten gnadenlos ausgenutzt.
Redet mit uns Landwirten, statt über uns, so seine Hauptbotschaft.
Es folgen keine professionellen Reden, sondern Worte von Landwirten, die ihren jeweiligen Betrieb kurz vorstellten und den anwesenden Bauern aus der Seele sprachen.
So sprach Daniel Bohl, stellvertretender Vorsitzender einer Agrargenossenschaft im Mecklenburg Vorpommern, von all den gesellschaftlichen Anforderungen, die der Betrieb erfüllen muss, von der Stickstoffbilanz bis hin zum Arbeitsschutz in einer Treckerkabine.
Er wünscht sich mehr Anerkennung und signalisiert seine Dialogbereitschaft.
Die Botschaft des Redebeitrages von Monika Mayer von einem Bio- Milchviehbetrieb in Bayern war, dass die Bauern 365 Tage mit ihren Tieren, für ihre Tiere und von ihren Tieren leben und sich nicht auseinanderdividieren lassen dürfen , denn der Wind wird in der Auseinandersetzung mit Tierschützern, Naturschützern und Essensfantikern noch viel schärfer wehen.
Auch die Beiträge von weiteren Landwirten auf der Bühne brachten Wahres auf den Punkt und hatten eines gemeinsam: Die Vorurteilsfreie Betrachtung der modernen Landwirtschaft, eine sachliche Diskussion, die Weiterentwicklung der Landwirtschaft mit Hilfe der Wissenschaft, denn eine Skandalierung bringt die Landwirtschaft nicht weiter.

Text / Foto: BV SAW