Zeugnisübergabe und Freisprechung der Landwirte in Salzwedel Julius Kurzweg – gehört zu den besten Absolventen

Seinen Berufsabschluss als Landwirt hat Julius Kurzweg als einer der Besten seines Jahrgangs im nördlichen Sachsen-Anhalt in der Tasche.

Am Freitag wird er auf einer feierlichen Veranstaltung in der Berufsbildenden Schule sein Zeugnis in die Hände nehmen können.

Insgesamt können sich 75 junge Menschen über ihren Berufsabschluss als Landwirt oder Landwirtin freuen. Neben dieser Berufsausbildung ist es 13 Jugendlichen gelungen, die Fachhochschulreife zu erlangen.

Im Beisein von Verwandten, Freunden und Wegbegleitern aus ihren Ausbildungsbetrieben, der Berufsschule und der überbetrieblichen Ausbildung werden die Facharbeiter mit einer Freisprechung in den Berufsstand aufgenommen.

Seit voriger Woche besucht der sympathische Absolvent die Fachschule in Haldensleben, um staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt mit Lehrbefähigung zu werden.

Doch der Reihe nach:

Schön früh hat sich der Fleetmarker Julius Kurzweg für die Landwirtschaft interessiert. Mit einem ersten Praktikum im Milchviehbetrieb des Nachbardorfes hat er für sich den Grundstein gelegt, seine Zukunft im Ackerbau und in der Nutztierhaltung zu finden.

Bei seinen Eltern stieß die Idee des jungen Mannes auf verhaltene Freude.

Zum „Tag der Berufe“ ist der Vater trotzdem mit zur Agrarerzeugergemeinschaft Pretzier e. G. gefahren.

„An diesem Tag ist uns Julius bereits aufgefallen“, so Margret Pieper, die in der Genossenschaft für die Ausbildung mit verantwortlich ist. Er stellte jede Menge Fragen, um seine Neugier zu stillen.

Nach einem Betriebspraktikum in Pretzier und der Teilnahme am Projekt „Ein Tag Chef“ beim Ökolandwirt in Ritzleben war schnell klar: Eine Ausbildung zum Landwirt in der Agrarerzeugergemeinschaft Pretzier e. G. soll es werden.

Drei Jahre der dualen Ausbildung liegen erfolgreich hinter ihm. Die einstigen Wünsche der Eltern, die Fachhochschulreife mit zu erwerben, sind erfüllt.

„Das war für mich keine leichte Sache“, so der Jungfacharbeiter, der seine Stärken eher in den beruflichen Zusammenhängen der Pflanzen- und Tierproduktion sieht.

Eine seiner ehemaligen Berufsschullehrer beschreibt ihn so: Er hat gelernt, einen Balance zu finden, um mit seinen vielen Fragen im Klassenverband nicht anzuecken und doch die für ihn so wichtigen Antworten zu finden.

„Ich bin während meiner Ausbildung in der Pretzierer Genossenschaft immer sehr gut betreut worden“, so Julius Kurzweg. Die guten Noten in der Schule und in den schriftlichen und praktischen Berufsprüfungen habe ich erreicht, weil ich bei den Arbeitskollegen immer Unterstützung erfahren habe.

Betriebsleiter Frank Pieper beschreibt den jungen Mann so: Er hat klare Ziele und will immer im Vorfeld alles ganz genau wissen.

 „Wenn ich bestimmte Arbeiten erledigen soll, dann muss ich vorher genau wissen, wie und warum“, so Julius, „sonst geht mir die Arbeit nicht von der Hand“.

Ich mag es, komplexe Zusammenhänge zu begreifen und darum frage ich auch so viel.

Das nimmt mir im Betrieb keiner krumm. Im Gegenteil.

Alle Arbeiten im Pflanzenbau machen mir Spaß, nur Silo abdecken und Steine lesen, ist nicht so mein Ding, gibt er ehrlich zu.

Der Rinderhaltung vom Kalb bis zur Milchgewinnung gehört seine wahre Begeisterung. Diese Neigung wurde im Ausbildungsbetrieb erkannt und über die Teilnahme an Fachveranstaltungen und Seminaren gefördert.

Als Ansporn zu Fachschulstudium hat Julius Kurzweg schon wieder ein klares Ziel vor Augen: sein erworbenes Wissen zum Wohle der Pretzierer Rinder in die Tat umsetzen.

Text und Foto: A. Jacobs – BV AMK SAW e.V.