Vorstand im Gespräch mit Landrat Ziche

Der Vorstand des Kreisbauernverbandes und Landrat Michael Ziche trafen sich in der vorigen Woche in der Landwirtschaftsprodukte e.G. in Bandau.

Der Betrieb hatte sich entschlossen, die Milchviehhaltung aufzugeben und ist in die Mast von Färsen umgestiegen.

Am Standort in Peertz erläuterte Geschäftsführer Harald Könnig den Ansatz, weiterhin Rinder im Betrieb zu halten.

Beim Zukauf von weiblichen Mastrindern ist der Betrieb dabei Handelsbeziehungen, auch zu Mutterkuhhaltern aus dem Landkreis, aufzubauen. Fütterung und Haltung spielen eine Rolle bei zahlreichen Zertifizierungsverfahren, die wiederum die Grundlage für Verkauf und Vermarktung sind.

Eigentlich wollte der Landwirtschaftsbetrieb mehr Wert auf Regionalität legen und hat Probeschlachtungen bei ansässigen Schlachtunternehmen durchgeführt.

Leider hatte sich die Idee nicht verwirklichen lassen und so gehen die Tiere an ferne Schlachthöfe und das wertvolle Fleisch in andere Länder der EU.

Im Gespräch mit dem Landrat war ein Faden schnell gefunden, denn die Landwirtschaft ist häufig Thema in der Presse.

Die Bauern sind sehr sensibel, wenn es um pauschale Darstellungen zum Umgang mit Wasser, zu Forderungen zur Düngeverordnung, zur Ausbringung von organischem Dünger oder beispielsweise zur Agrarstruktur geht.

Die Praktiker berichteten von der Ernte der Feldfrüchte, die bedingt durch den Wassermangel des Vorjahres auch in diesem Jahr nicht zufriedenstellend ist und die finanzielle Lage in den Betrieben sehr anspannt.

Die Tendenz der Auszahlungspreise für die Milch verschärfen die Situation noch.

Wiederkehrendes Thema war der Auswuchs der Bürokratie.

Die Betriebe empfinden die Zunahme der Regelungswut in Deutschland, oft unter dem Deckmäntelchen der EU, als riesigen Belastungsfaktor.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.