Voller Saal und gutes Programm beim 9. Biobranchentreffen in Magdeburg

hp-foto-biobranchentreffenEs ist einmalig in Deutschland, dass drei Landesbauernverbände, drei Länderministerien, die Ökoverbände und die Landesvereinigungen des Ökologischen Landbaus gemeinsam ein länderübergreifendes Treffen die Biobranche organisieren, so Kornelie Blumenschein, Gäa e. V., zur Eröffnung des 9. Mitteldeutschen Biobranchentreffens in Magdeburg.

Der Magdeburger Biomarkt Naturata stellte ein bestens geeignetes Ambiente für das Treffen mit dem Titel: Bio zwischen Massenmarkt und Nische – Wachstum oder Scheideweg? dar.

Der gut aufgestellte Markt, das authentische Bio-Catering und die unkomplizierte Art des Hauses machten es den über hundert anwesenden Gästen und Akteuren leicht, zuzuhören, mitzudiskutieren und in den Pausen Kontakte zu pflegen.

Das erste Podiumsgespräch des Tages bestritten Carsten Niemann, Biolandwirt aus Ritzleben und Vorsitzender des Fachausschusses Ökologischer Landbau beim LBV sowie Jan Plagge, Vorstandsmitglied des BÖLW e. V. und Präsident des Bioland e. V.

Die Fragen und Antworten von Öko-Fachmann zu Öko-Fachmann waren interessant, informativ und aber auch durchaus kritisch.

Eine brennende Frage ist: Was die Landwirtschaft mehr zu bieten als preisgünstige Lebensmittel zu produzieren?  Wie wollen sich konventionelle und ökologische Landwirtschaft den gesellschaftlichen Anforderungen stellen? Was sind diese Anforderungen und wie werden sie bewertet?

Nachhaltigkeit, klimaneutrale Wirtschaftsweise und Biodiversität sind Beispiele dafür, das ein stark finanzgeprägter Markt diese Effekte nicht darstellt.

Die Ökobranche möchte Vorreiter sein, um in dieser Hinsicht einen Innovationsschub zu generieren, so Jan Plagge.

Zur Diskussion über den Trilog zur EU Ökoverordnung in Brüssel ging Dr. Wolfram Dienel vom DBV mit auf das Podium. Während der Unterschied zwischen gut gemeinten Änderungsansätzen im ökologischen Landbau und der sich im politischen Rad befindlichen Monsterverodnung im Detail erläutert wurde, ist zeitgleich in Brüssel der letzte Trilog in 2016 zur Revision der EU-Öko-Verordnung gescheitert.

Es folgten eine Diskussionsrunde mit Fachleuten zum Markt und eine rege Publikumsdiskussion der Bioerzeuger.

Text und Foto: AJ Bauernverband