Tierschutz im Focus von Agrarrechtlern und Praktikern

Frank Wiese DGARTierschutzrecht und landwirtschaftliche Tierhaltung waren die Themen bei der Deutschen Gesellschaft für Agrarrecht, die ihre zweitägige Frühjahrstagung in Salzwedel veranstaltete.

Am ersten Tag stand nach den Ausschusssitzungen eine Exkursion zur Agrarerzeugergemeinschaft Pretzier eG auf dem Programm.

Die dortige Betrachtung der Rinderhaltung hatte bei den Teilnehmern einen solchen Eindruck hinterlassen, so dass sich mehrere Referenten am Folgetag direkt auf die Eindrücke in Pretzier bezogen.

„Die Größe der Tierhaltung und Tierwohl steht nicht im Zusammenhang, das hat uns Pretzier eindrucksvoll bewiesen“, so der 1. Vorsitzende Rechtsanwalt John Booth bei der Eröffnung des zweiten Tages der Tagung.

Nach den Fachvorträgen zur Bestimmung des Tierwohls in der Nutztierhaltung aus fachwissenschaftlicher Sicht, den Vollzugsschwierigkeiten des Tierschutzes, dem Umgang mit Tierhaltungsverboten und Sanktionen bis hin zum Verbandsklagerecht von Tierschutzvereinen gab es eine abschließende Podiumsdiskussion.

Für die Landwirte aus der gastgebenden Altmark ging Frank Wiese, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft „Altmärkische Höhe“ eG Lückstedt ins Podium.

Professor Dr. Jose Martinez, 2. Vorsitzender der DGAR, begann die Diskussionsrunde provokativ: „Tierschutz ist sehr skandalaffin. Setzen wir zu wenige Standards oder ist es ein Ausdruck überzogener Vorstellungen der Menschen?“

Frank Wiese stellte in seinen Statements dar, dass zahlreiche Standards für die Tierhaltung da sind, deren Kontrolle für die Einhaltung der gleichen Grundregeln bei den Erzeugern sorgt.

Standards unterliegen aber auch Veränderungen, so Wiese, denen sich die Betriebe nicht verschließen wollen, wenn die Wirtschaftlichkeit gegeben bleibt.

Text und Foto: BV SAW