SuedOstLink+

Landwirte äußern sich im Radio zu ihrer Betroffenheit beim Süd-Ost-Link Plus

Der Süd-Ost-Link plus ist eine geplante Höchstspannungs-Gleichstromübertragung die unseren Landkreis als Abschnitt F komplett durchqueren wird.

Der als Erdkabel zu errichtende Neubau einer Trasse für die Hochspannungsgleichstromübertragung befindet sich im Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Bisher wurde ein 1.000 Meter breiter Korridor für weitere Planungsschritte genehmigt.

Im laufenden Planfeststellungsverfahren wird der konkrete Trassenverlauf ermittelt.

Die Trasse selbst wird dann in der Regel als Graben ausgehoben.

Zwei Schutzrohre werden verlegt und im Nachgang die Kabel eingezogen.

Anschließend wird der Boden wieder eingebaut.

Der darüberliegende Schutzstreifen von bis zu 12 Metern darf eingeschränkt bewirtschaftet, aber nicht bebaut werden.

Im Erdreich nimmt dann der Gleichstrom seinen Transitweg von Nord nach Süd.

Vorteile für unseren Landkreis sind nicht zu sehen, da wir weder Strom abnehmen noch einspeisen können.

Der in Gesetzen manifestierte gesamtgesellschaftliche Wille nach Veränderungen in der Energieversorgung ist entscheidend.

Aber mit der teilweise offenen Bauweise und den dazugehörigen Aushublagerflächen, den Baustraßen und Verladeplätzen für den Schwerlasttransport tut sich die Landwirtschaft schwer.

Ob in Eigentum oder Pacht, der Boden ist das wichtigste Gut für die Landwirte.

Einen so massiven Eingriff in das gewachsene Bodengefüge wird auch nach vielen Jahren noch zu sehen sein, sind sich die Landbewirtschafter sicher.

Das Zusammenfügen von durchquerten Drainagen oder Beregnungssystemen wird kein einfaches Unterfangen.

Bodenschutzkonzepte des Vorhabenträgers sollen dafür sorgen, dass die Landwirtschaft auf den beanspruchten Flächen wieder wie vorher möglich ist.

Für eine mögliche Erwärmung der Kabeltrasse und des darauf liegenden Bodens beim Stromtransport und die Auswirkungen auf den Pflanzenbau gibt es bisher keine gesicherten Erkenntnisse für die Region.

Die Skepsis unter den Bauern bleibt.

Vier Jahre nach Bauende müssten sie selbst beweisen, dass Folgeschäden, wie beispielweise Ertragsdepressionen, auf den Kabelbau und den Betrieb der Trasse zurückzuführen sind.

 

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e. V.