Olaf Feuerborn

Agrarpolitische Podiumsdiskussion auf dem Landesbauernverbandstag

Landwirtschaftspolitik im Konflikt mit Gesellschaft, Wetter und Weltmarkt so der Titel der von Stefan Bernschein, u.a. Kommentator von Sachsen-Anhalt heute, moderierten Podiumsdiskussion auf dem Landebauernverbandstag.

Präsident Feuerborn sprach von einer mental sehr aufgewühlten Situation. Es sei schwer die Gedanken der Gesellschaft, die uns kritisieren, zu fassen und sich den Vorwürfen zu stellen. „Essen aus Deutschland ist weltweit beliebt, nur unsere eigene Gesellschaft schätzt das nicht“, so Feuerborn.

Staatssekretär im BMEL Dr. Hermann Onko Aeikens betonte, dass man in Berlin die Sorgen der Landwirte sehr ernst nimmt. Mit der Spaltung zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft hat sich etwas auseinanderentwickelt, was so nicht weiter gehen darf.

Debatten müssen aus der Pauschalität heraus, Missstände müssen aufgedeckt und Wertschätzung wieder gestärkt werden, so Aeikens.

Gleichzeitig verteidigte der die Inhalte des sogenannten Agrarpaketes, erläuterte Details und legte mögliche finanzielle Unterstützung dar.

Die Bauern sahen das eher kritisch.

Staatssekretär im MULE Ralf Peter Weber betonte, dass die im Agrarpaket steckenden Umschichtungen von der ersten in die zweite Säule den Landwirten wieder zu Gute kommen sollen.

Bauernpräsident Joachim Rukwied unterstrich in diesem Zusammenhang, dass die Bauern sich mit der Umschichtung schwertun, weil sie auf Verlässlichkeit angewiesen sind.

Ständig schwanken die Vorstellungen dazu und sind Spielball für politische Richtungen.

„Wir sind einer Phase, wo die gemeinsame Agrarpolitik Europas neugestaltet wird und müssen im Blick behalten, dass Umschichtungen die Betriebe nicht in Gefahr bringen dürfen“, so der Präsident des Deutschen Bauernverbandes.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Spannende Podiumsdiskussion zum Ökolandbau in Bernburg

Die Friedrich Ebert Stiftung hatte am 14. November zu einer Podiumsdiskussion „Wie viel Ökolandbauförderung ist sinnvoll?“  nach Bernburg in die Hochschule Anhalt geladen.

Die in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie formulierte Zielstellung, mittelfristig 20 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologisch zu bewirtschaften, hat auch in unserem Bundesland einen Impuls ausgelöst.

Die ausgelobte Erhöhung der Fördersätze für die Umstellung und letztendlich auch für die Beibehaltung der ökologischen Wirtschaftsweise hat dazu geführt, dass sich zum Verpflichtungsbeginn 2019 knapp 95.000 ha Ökofläche in Sachsen- Anhalt aufsummieren.

Die fünfjährigen Verpflichtungen auszufinanzieren stellt eine große Herausforderung dar.

Unterschiedliche Sichtweise auf die Entwicklung wurden von den geladenen Referenten zunächst dargelegt und dann in einer Runde vor rund 60 Gästen diskutiert.

Dr. Bernd Schwalenberg vom Deutschen Bauernbund und Bauernpräsident Olaf Feuerborn formulierten die Frage, ob die ausgelöste Umstellungswelle überhaupt zu finanzieren ist, ohne Einschränkungen von weiteren Agrarumweltprogrammen im Land.

Einen anderen Ansatz wählte Carsten Niemann in seinem Impulsreferat. Der Ökobauer aus unserem Kreisverband und Vorsitzender des Fachausschusses Ökologischer Landbau beim Landesbauernverband bezog sich auf den Ansatz, ob eine Wirtschaft nur auf Wachstum ausgerichtet sein muss oder Umweltaspekte besser in den Focus gehören. Wenn staatliche Ziele formuliert werden und bewusst in die Wirtschaft eingegriffen wird, dann müssen auch Finanzmittel dorthin gelenkt werden.

Einer Neiddebatte und einem Verteilungskampf unter den Bauern erklärte er eine Absage: Auch Biobauern sind Bauern.

Professor em. Dr. Gerhard Breitschuh beleuchtete einen wissenschaftlichen Ansatz, über die Umweltverträglichkeit der extensive Wirtschaftsweise bezogen auf die Produktmenge.

Die anschließende Diskussion ging von Treibhausgasen, über die Welternährung bis hin zum Wohlfühlfaktor bei der Produktion und hinterließ Anregungen für weitere Betrachtungen von Wissenschaft und Praxis.

Gebelieben ist aber die Aufgabe für das Land Sachsen-Anhalt, den angeschobenen Prozess der Umstellung auf den ökologischen Landbau ausgewogen zu finanzieren.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.