Dürre

Viel Sonnenschein und kein nennenswerter Regen von April bis Oktober- das gab es noch nie

Dieses Jahr hat den Landwirten deutlich vor Augen geführt, dass eine gute Ernte auch mit -besten unternehmerischen Können- keine Selbstverständlichkeit ist.

Die Abhängigkeit von der Natur ist und bleibt ein wesentliches Merkmal der Landwirtschaft, auch wenn wir in unserem Land zu jeder Zeit  unseren Tisch mit Nahrungsmitteln decken können.

Die Bauern in unserem Landkreis mussten in diesem Jahr bis in den Oktober hinein mit 200 mm weniger Niederschlag auskommen.

Da bedeutet, es fehlen 200 Liter Regen pro Quadratmeter und es ist erstaunlich, welche Kraft die Pflanzen hatten, um überhaupt eine Ernte hervorzubringen.

Es wurden Erträge eingefahren, die deutlich unter dem Durchschnitt liegen.

Demzufolge fehlt Erntegut zum Verkauf und Futter für die Versorgung der Tierbestände.

Die Kartoffel- und Rübenernte laufen derzeit unter schwierigen Rodebedingungen in trockener und harter Erde mit ebenfalls stark geminderten Naturalerträgen.

Auch in schwierigen Jahren müssen die Winterkulturen in den Boden gebracht werden, sonst gibt es im nächsten Jahr keine Ernte.

Staubtrockenen Böden erschweren die Saatbettvorbereitung und Aussaat der Winterkulturen.

Teilweise ist auf die Aussaat von Winterraps verzichtet worden.

Der Feldaufgang von Zwischenfrüchten, Raps und Getreide sowie eine ausreichende Bestandsentwicklung ist aufgrund des ausgedörrten Bodens sehr zögerlich.

Für den Oktober ist es üblich, dass um die 45 mm Regen fallen. In diesem Jahr waren es knapp 12 mm.

Durch die lange Trockenheit sind die Weiden karg und vergilbt und können die Weidetiere nicht ausreichend mit Futter versorgen.

Oftmals wird bereits jetzt das knappe Winterfutter zugefüttert.

Vielerorts konnte vom Grünland nur der erste Schnitt geerntet werden.

Futter muss zu hohen Preisen zugekauft werden, so es denn überhaupt verfügbar ist.

Der Futterengpass wird sich in das nächste Jahr hineinziehen.

Was in diesem Jahr beispielsweise an Futtermais nicht geerntet wurde, steht erst in 11 Monaten wieder zu Ernte an.

Die Stimmung ist angespannt.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Landwirtschaftsministerin informiert sich über die Folgen der vorherrschenden extremen Trockenheit

Die Pretzierer Agrarerzeugergemeinschaft e. G. legte bei einem Informationsbesuch der Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert die bisherigen Auswirkungen der Trockenheit auf den Betrieb dar.

„Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir rund 42 % der Grobfuttergrundlage im Vergleich zu vorherigen Jahren im Silo“, umriss Betriebsleiter Frank Pieper die sich zuspitzende Situation.

Der Aufwuchs auf den Wiesen sei auch nach Regen, der laut Agrarwetter nicht in Sicht ist, kaum noch zu erwarten.

Der Betrieb stellte dar, wie gering die Erträge im Vergleich zu den Vorjahren aktuell ausfallen. In der Getreidelagerhalle konnten sich jeder selbst davon überzeugen, wie überschaubar die Erntemenge ist und wie klein und leicht die Körner sind.

Fehlende Ware und Qualitätseinbußen gleich fehlende Erlöse.

Nach einem kurzen Einblick in die Rinderhaltung folgte ein Stopp in der Feldmark. Dort stand Mais, der es keinesfalls zu einem nennenswerten Ertrag bringen wird. Schlaffe, viel zu kleine Rüben sind Vorboten eine Minderernte. Auf einer Brache, die jetzt hätte zu Futterzwecken genutzt werden können, stand Jakobs-Kreuzkraut in voller Blüte und führte diese Möglichkeit aufgrund der giftigen Inhaltsstoffe ad absurdum.

Es wurde anhand der betrieblichen Gegebenheiten deutlich, dass die fehlenden Niederschläge die wirtschaftliche Situation bei den Betrieben in den von der Dürre betroffenen Regionen deutlich belasten.

Schnelle Lösungen hatte die Ministerin nicht im Gepäck. Beim Bund und in der EU seien Anfragen zur Hilfe auf dem Prüfstand.

In der kommenden Woche werde sich das Kabinett mit der Situation befassen, um die Nothilfe auf Landesebene zu beraten.

Die aus der Sicht der Landwirte aufgeführte Bitte um das Vorziehen der Auszahlung der Direktzahlungen, wurde mit Blick auf die verwaltungsmäßige Belastung zerpflückt.

Die trockenheitsbedingten Ernteeinbußen werden den finanziellen Druck bei den Landwirten weiter verschärfen. Wir hoffen, dass der Besuch dazu führt, dass im Ministerium wirksame Hilfsmaßnahmen gefunden werden.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Vorstand im Gespräch mit der Lokalpresse zur aktuellen Dürresituation

Der Vorstand des Kreisbauernverbandes hatte Redakteure der Lokalpresse zu einem Pressegespräch eingeladen. Hintergrund des Gesprächs war die extremlang anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen, die bei den Kulturen auf dem Ackerland und auch auf dem Grünland ihre Spuren hinterlassen haben.

So war aus den Aufzeichnungen der Versuchsstation Beetzendorf abzulesen, dass bis Dato nur 147 mm Niederschlag gefallen waren, im Gegensatz zu 333 mm Niederschlag im Vergleichszeitraum 2017. Die Pflanzenbestände mussten bisher mit 159 mm weniger Niederschlag auskommen und das bei deutlich höheren Temperaturen.

Einige Pflanzen waren als Beispiel für die eingeschränkten Wuchsleistungen im Raum zur Erklärung aufgestellt.

Bei den Druschfrüchten wird teilweise mit einem Ernteausfall von über fünfzig Prozent und weiteren Preisabschlägen für Minderqualität gerechnet.

Noch gravierender wird die Futtersituation von den Praktikern eingeschätzt. Vielerorts brachte die erste Grasernte bereits geringe Erträge. Die zweite Ernte des Grases konnte gar nicht erfolgen, weil kein nennenswerter Aufwuchs zur Mahd anstand.

Auf den Weiden zeigt sich vertrocknetes Gras statt sattem Grün.

Die zweite Winterfutterkomponente, der Silomais, erscheint in Abhängigkeit von der Beschaffenheit des Standortes, entsprechend der Jahreszeit viel zu klein, mit eingerollten Blättern und in der Not geschobenen Blüten.

„Uns treibt die Sorge um, dass wir unsere Viehbestände nicht ausreichend ernähren können“, so der Kreisvorsitzende Raimund Punke zu den Jounalisten.

Da finanzielle Schwierigkeiten vorprogrammiert sind, fordern die Landwirte, dass für besonders betroffene Betriebe, ein Dürrehilfsprogramm eingerichtet wird.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.