Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e. V.

Bauern machten mit Traktoren Berlin dicht und unterstreichen ihre Forderungen

Der Berufsstand, der sonst eher bedächtig auf den Feldern seine Runden dreht, hat sich gestern mit mehr als 5.000 Traktoren aus ganz Deutschland auf den Weg in die Hauptstadt gemacht. Unter ihnen auch über 300 Traktoren aus der Altmark.

Die seit den frühen Morgenstunden mit Blinken und Hupen in Kolonnen fahrenden Trecker haben eindrucksvoll gezeigt, welche Kraft hinter der Branche steht, die für unser täglich Brot sorgt.

Dennoch haben die Sorgen sie auf die Barrikaden gebracht. Die Kundgebung am Brandenburger Tor verfolgten mehrere zigtausend Landwirte mit Plakaten, Pfiffen und Buhrufen.

Sie forderten mehr Wertschätzung für ihre Branche, mehr Mitspracherecht bei Neureglungen bei Tierschutz und Umweltschutzangelegenheiten.

Es muss Schluss sein damit, dass die Bauern in dieser Gesellschaft an allem schuld sind und als Buhmann der Nation hingestellt werden.

Auch Landwirte wollen sauberes Wasser und eine intakte Natur.

Umweltministerin Schulze und Landwirtschaftsministerin Klöckner bekamen bei ihren kurzen Auftritten auf der Bühne die Wut der Bauern zu spüren.

Zu Protest hatte die Initiative „Land schafft Verbindung“ aufgerufen.

Am 2. Dezember will sich Kanzlerin Angela Merkel mit vierzig Landwirtschaftsorganisationen zu einem Agrargipfel treffen.

Text : Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V., Foto: Christian Apprecht BV Börde e. V.

Agrarpolitische Podiumsdiskussion auf dem Landesbauernverbandstag

Landwirtschaftspolitik im Konflikt mit Gesellschaft, Wetter und Weltmarkt so der Titel der von Stefan Bernschein, u.a. Kommentator von Sachsen-Anhalt heute, moderierten Podiumsdiskussion auf dem Landebauernverbandstag.

Präsident Feuerborn sprach von einer mental sehr aufgewühlten Situation. Es sei schwer die Gedanken der Gesellschaft, die uns kritisieren, zu fassen und sich den Vorwürfen zu stellen. „Essen aus Deutschland ist weltweit beliebt, nur unsere eigene Gesellschaft schätzt das nicht“, so Feuerborn.

Staatssekretär im BMEL Dr. Hermann Onko Aeikens betonte, dass man in Berlin die Sorgen der Landwirte sehr ernst nimmt. Mit der Spaltung zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft hat sich etwas auseinanderentwickelt, was so nicht weiter gehen darf.

Debatten müssen aus der Pauschalität heraus, Missstände müssen aufgedeckt und Wertschätzung wieder gestärkt werden, so Aeikens.

Gleichzeitig verteidigte der die Inhalte des sogenannten Agrarpaketes, erläuterte Details und legte mögliche finanzielle Unterstützung dar.

Die Bauern sahen das eher kritisch.

Staatssekretär im MULE Ralf Peter Weber betonte, dass die im Agrarpaket steckenden Umschichtungen von der ersten in die zweite Säule den Landwirten wieder zu Gute kommen sollen.

Bauernpräsident Joachim Rukwied unterstrich in diesem Zusammenhang, dass die Bauern sich mit der Umschichtung schwertun, weil sie auf Verlässlichkeit angewiesen sind.

Ständig schwanken die Vorstellungen dazu und sind Spielball für politische Richtungen.

„Wir sind einer Phase, wo die gemeinsame Agrarpolitik Europas neugestaltet wird und müssen im Blick behalten, dass Umschichtungen die Betriebe nicht in Gefahr bringen dürfen“, so der Präsident des Deutschen Bauernverbandes.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Leistungen der Ausbildungsbetriebe auf dem Landesbauernverbandstag geehrt

Allen Ausbildungsbetrieben, die sich an unserem Landeswettbewerb beteiligt haben, möchten wir den herzlichsten Dank und unsere Anerkennung für die Leistungen in der landwirtschaftlichen Berufsausbildung aussprechen, so Sven Borchert.

Für den diesjährigen Landesausscheid hatten vier Kreisbauernverbände den jeweiligen Kreissieger zum Wettbewerb nominiert.

 

Aus unserem Kreis stellte sich die Agrarerzeugergemeinschaft eG Pretzier der Jury.

Sieger wurde die Milchproduktion Meyendorf KG.

Das landwirtschaftliche Unternehmen mit Milchproduktion von Martin Vruggink bildet seit 2005 aus, so Borchert in seiner Laudatio.

Den Azubis werden finanzielle Leistungsanreize gewährt.

Die Motivation zur Teilnahme an Berufswettbewerben und Fortbildungsmöglichkeiten soll die fachlichen und persönlichen Kompetenzen der jungen Menschen stärken.

Präsident Olaf Feuerborn und Frank Wiese übergaben das „Hoftorschild“ des Verbandes als äußeres Symbol an die Milchproduktion Meyendorf.

Der Agrarerzeugergemeinschaft e G Pretzier, der Agrar-Genossenschaft Altmärkische Höhe e.G. und der Mansfelder Agrar e. G. wurden Urkunden sowie die Salzlandkiste als Präsent zur Anerkennung  überreicht.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Bauern verschafften sich gemeinsam Gehör in Hamburg

Mehrmals tönten die Worte von der Bühne vor dem Hamburger Marriott Hotel, in dem die Herbstkonferenz der Umweltminister der Länder stattfand, welch eindrucksvolles Bild die Bauern abgeben.

Bauern gehören eigentlich auf´s Land und nicht in die Stadt.

Und doch hatten sie sich auf den Weg in die Elbmetropole gemacht.

Mit 3.500 Traktoren auf den Straßen der Stadt und tausenden Demonstranten auf dem Gänsemarkt wollen sie laut signalisieren, dass aktuelle politische Entscheidungen aus dem Ruder laufen.

Rund um das Denkmal für Gotthold Ephraim Lessing, einem Dichter und Denker, stellten die Bauern ihren eigenen Ruf, nicht drei Bauern unter einen Hut zu bekommen, in den Schatten.

Ganz im Geiste Lessings, der einst gebot, stets die Sache von mehreren Seiten zu sehen und auch in den Argumenten seines Gegenübers nach Spuren der Wahrheit zu suchen, gab es ein Geben und Nehmen von Bauern und Politikern auf der Bühne.

Nette Worte, harte Worte, Beifall und auch Buhen ließen trotzdem keinen Zweifel daran: Umwelt – und Naturschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Sich in diesem Kontext einen Berufsstand herauszugreifen und mit verschärften Regeln an die Wand zu stellen, treibt die Bauern auf die Straße.

Auch Landwirte sehen sich in der Verantwortung.

Sie fordern aber Kooperation statt Verbote und Dialog statt Konfrontation, um ihre Betriebe wirtschaftlich zu führen und auch kommenden Generationen die Chance zu erhalten, Landwirt in Deutschland zu sein.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Landwirtschaft ist Teil der Lösung und nicht das Problem

„Die Landwirtschaft ist Teil der Lösung und nicht das Problem“, gab Hartelt den zu Beginn der Kundgebung mit auf das Podium gekommenen Ministern Schmidt aus Sachsen und Backhaus aus Mecklenburg- Vorpommern mit auf den Weg.

Der stellvertretende Vorsitzende des Aktionsbündnis Forum Natur und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, fordert, der Kooperation und Freiwilligkeit im Natur- und Umweltschutz Vorrang vor Verboten und Auflagen einzuräumen. Beim Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung sei ein Neustart erforderlich: „Wir demonstrieren nicht gegen Insekten- und Artenschutz – im Gegenteil: wir Bauern brauchen die Bestäuber, wie keine andere Branche. In seiner jetzigen Form konterkariert das Aktionsprogramm Insektenschutz der Bundesregierung das bereits vorhandene Engagement der Landwirte und Flächeneigentümer und ist ein enormer Vertrauensverlust für den Naturschutz.

„Wir fordern klare Rahmenbedingungen für einen langen Zeitraum, um Zukunftschancen auch für die kommende Generation zu haben, so Landwirt Eberhard Hartelt.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Bauern mit lautstarker Kritik zur Umweltministerkonferenz in Hamburg

Landwirte, Schäfer, Jäger, Flächeneigentümer und andere Landnutzer aus dem gesamten Bundesgebiet forderten am Donnerstag in Hamburg auf dem Gänsemarkt von den Umweltministern von Bund und Ländern eine Politik unter der Überschrift „Kooperation statt Verbote – Dialog statt Konfrontation“.

Die Kundgebung, anlässlich der Umweltministerkonferenz in Hamburg, wurde von den im Aktionsbündnis Forum Natur zusammengeschlossenen Nutzerverbänden, den Bauernverbänden aus Hamburg und mehrerer Bundesländer, mehrerer Landesschafzuchtverbände und Weidetierhalterverbände sowie Bauern der Bewegung „Land schafft Verbindung“ getragen.

Zeitgleich erreichten rund 3.500 Traktoren die Hansestadt und unterstrichen mit ihrer Präsenz und lautstarkem Hupen die aufgestellten Forderungen.

Den Teilnehmern der Umweltministerkonferenz wurde eine Erklärung überreicht.

2019 11 14 Erklaerung zur Umweltministerkonferenz_Hamburg

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Landwirte stellen sich einem Bürgerdialog in der Landeshauptstadt

Unter dem Motto “Welche Landwirtschaft wollen wir?“ hatte der Bauernverband Sachsen-Anhalt in dieser Woche zum Bürgerdialog in ein Magdeburger Kino geladen.

Bürger fragen, Bauern antworten – ein Format, um in einer medial aufgeheizten Zeit eine Form für Originaltöne zu schaffen.

Eine überschaubare Anzahl von Landesbürgern machten sich auf den Weg, um zu fragen und sich zu informieren.

Der Bauernverband hatte drei Landwirte gewählt, die sich live den Publikumsfragen stellten.

Dorit Nyenhuis, eine Schweinehalterin aus dem Jerichower Land, Olaf Feuerborn, Präsident des Verbandes und Ackerbauer aus dem Landkreis Anhalt Bitterfeld sowie Philipp Fölsch aus dem Altmarkkreis Salzwedel saßen gemeinsam mit Moderator Marcus Rothbart am Mikrophon im Oli Lichtspielkino in Magdeburg.

Die Landwirte stellten sich und ihre Betriebszweige kurz vor und boten somit den Einstieg für viele Nachfragen.

Wird in einem großen Betrieb die Fruchtfolge auch beachtet?, Warum ist die Nitratbelastung ein Problem?, Warum gelangt Gülle aus anderen Bundesländern nach Sachsen-Anhalt?, Geht eine Landwirtschaft ohne Glyphosat? Was bekommt der Landwirt für einen Liter Milch und wie hoch sind seine Kosten? Warum gibt es keine kleinen regionalen Schlachthöfe mehr?

Der Dialog war geprägt von einer ruhigen und sachlichen Gesprächsebene, wohlwissend, dass es keine einfachen Lösungen gibt für komplexe Zusammenhänge.

Text : Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V., Foto: BV Sachsen-Anhalt e. V.

Besichtigung Fischaufstiegsanlage im Drömling

Die erst kürzlich fertiggestellte Fischaufstiegsanalage am Ohrestau „Krähenfußschleuse“ wurde im Rahmen der Verbandversammlung des Zweckverbandes Natur- und Kulturlandschaft Drömling/ Sachsen-Anhalt besichtigt.

Die von der EU geförderte Maßnahme zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit ermöglich die Populationsvernetzung im Biotopverbundsystem der Fließgewässer, zumindest erstmal an dieser Stelle.

Nach den Neuwahlen der Kreistage in der Börde und im Altmarkkreis Salzwedel wurden die Vertreter für den Zweckverband neu bestimmt und somit ergab sich auch die Neuwahl im Zweckverband.

Neuer und alter Vorsitzender ist MdL Jürgen Barth. Zum Stellvertreter wurde Horst Wienecke gewählt.

Die öffentliche Verbandsversammlung beschäftigte sich u.a. mit Landpachtverträgen nach den Flurbereinigungsverfahren, Gehölzpflege sowie dem brisanten Thema der Eigenjagdverpachtung.

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband

Ein Festival mit vielen Kontakten

Das Altmark-Macher-Festival auf dem Gelände der Berufsschule in Salzwedel bot unter dem Motto „selbst.bewusst.gestalten“ viele Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler sich über die Perspektiven in der Altmark zu informieren.

Unter den rund siebzig Unternehmen, die sich auf dem Festival präsentierten, war auch die Landwirtschaft vertreten.

Hautgesprächsthema war die Ausbildungsberufe in der Landwirtschaft und im Landmaschinenbereich.

Die Firma Agravis Technik Heide-Altmark GmbH aus Winterfeld hatte einen modernen Schlepper präsent, der die Grundlage für viele Gespräche war.

Beim Milchkontrollverband Klötze konnte das Melken ausprobiert werden.

Der Kreisbauernverband hatte eine Milchverkostung vorbereitet.

Die zu absolvierenden Schüleraktivitäten mit Schnitzeljagd und Bingo führten schnell dazu, dass an den Ständen interessante Gespräche rund um die Landwirtschaft zu Stande kamen.

Im Jugendfimwettbewerb “Und was machst du morgen…?!“ holte sich die Dährer Sekundarschule mit ihrem Beitrag zur beruflichen Zukunft in der Landwirtschaft den zweiten Platz.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.

Vorstand im Gespräch mit Landrat Ziche

Der Vorstand des Kreisbauernverbandes und Landrat Michael Ziche trafen sich in der vorigen Woche in der Landwirtschaftsprodukte e.G. in Bandau.

Der Betrieb hatte sich entschlossen, die Milchviehhaltung aufzugeben und ist in die Mast von Färsen umgestiegen.

Am Standort in Peertz erläuterte Geschäftsführer Harald Könnig den Ansatz, weiterhin Rinder im Betrieb zu halten.

Beim Zukauf von weiblichen Mastrindern ist der Betrieb dabei Handelsbeziehungen, auch zu Mutterkuhhaltern aus dem Landkreis, aufzubauen. Fütterung und Haltung spielen eine Rolle bei zahlreichen Zertifizierungsverfahren, die wiederum die Grundlage für Verkauf und Vermarktung sind.

Eigentlich wollte der Landwirtschaftsbetrieb mehr Wert auf Regionalität legen und hat Probeschlachtungen bei ansässigen Schlachtunternehmen durchgeführt.

Leider hatte sich die Idee nicht verwirklichen lassen und so gehen die Tiere an ferne Schlachthöfe und das wertvolle Fleisch in andere Länder der EU.

Im Gespräch mit dem Landrat war ein Faden schnell gefunden, denn die Landwirtschaft ist häufig Thema in der Presse.

Die Bauern sind sehr sensibel, wenn es um pauschale Darstellungen zum Umgang mit Wasser, zu Forderungen zur Düngeverordnung, zur Ausbringung von organischem Dünger oder beispielsweise zur Agrarstruktur geht.

Die Praktiker berichteten von der Ernte der Feldfrüchte, die bedingt durch den Wassermangel des Vorjahres auch in diesem Jahr nicht zufriedenstellend ist und die finanzielle Lage in den Betrieben sehr anspannt.

Die Tendenz der Auszahlungspreise für die Milch verschärfen die Situation noch.

Wiederkehrendes Thema war der Auswuchs der Bürokratie.

Die Betriebe empfinden die Zunahme der Regelungswut in Deutschland, oft unter dem Deckmäntelchen der EU, als riesigen Belastungsfaktor.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.