Agroforst

Bäume auf dem Acker- 2. Feldtag Agroforstwirtschaft in Beetzendorf

Die LLG-Versuchsstation in Beetzendorf war Veranstaltungsort des 2. Feldtages Agroforstwirtschaft in der Altmark.

Agroforstsysteme kombinieren Land- und Forstwirtschaft, indem Gehölze mit der pflanzlichen Produktion und/oder der Tierhaltung kombiniert werden.

Das Impulsbüro Altmark vom Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft hatte dazu ein interessantes Programm zusammengestellt, dem viele Interessenten gefolgt waren.

Mit kurzen Vorträgen und vielen Fragen wurden die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen, die Beratungsförderung und die naturschutzfachliche Begleitung in Bezug zur Ökoregelung 3 in der Agrarförderung beleuchtet.

Die Fragen der Landwirte bezogen sich auf die Eigentumsverhältnisse an Flächen für künftige Anlagen, das komplizierte Fördersystem und die Höhe des finanziellen Anreizes bis hin zur Bewertung durch die Naturschutzbehörde in den folgenden Jahrzehnten der Gehölzentwicklung.

Das Praxisbeispiel eines Landwirtes zeigte auf, dass es von der Idee, über die Pflanzung bis hin zur Wirtschaftlichkeit ein weiter Weg ist.

Er berichtete von seinem Grundsatzüberlegungen Bäume auf seinen landwirtschaftlichen Nutzflächen zu integrieren. Seinem Erfahrungsschatz zur Pflanzenauswahl, der Aufwuchspflege, dem Schutz vor Wühlmäusen, dem bewältigen von Dürrejahren bis hin zur ersten Fruchtziehung konnten die Teilnehmer viele wichtige Aspekte entnehmen.

Die Besichtigung der Agroforst-Modellfläche von Cedric Fehseke in Bandau rundete das Programm ab. Auf dem 7,8 Hektar großen Ackerschlag sind  vier Agroforststreifen mit insgesamt 266 Bäumen zu sehen. Pappel, Baumhasel, Birke, Vogelkirsche, Ahorn, Holzbirne und Esskastanie wachsen seit diesem Frühjahr für die Wert- und Brennholzproduktion und schaffen ein vielfältiges Ökosystem.

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband

Erster Feldtag Agroforst in Ritzleben

Der Einladung des Agroforst-Impulsbüros Altmark zum ersten Feldtag auf den Biohof Ritzleben sind in der vorigen Woche Teilnehmer verschiedenster Interessenslagen gefolgt.

Auf einer Fläche des Biohofs wurden in diesem April 74 Apfelbäume in zwei ca. 380 Meter langen Gehölzstreifen gepflanzt.

„Wir Landwirte können die Flächen bereitstellen und die Schwerpunktausrichtung für die Pflanzung bestimmen“, so Betriebsleiterin Laura Kulow, die sich bewusst für Apfelbäume entschieden hat.

Von der Vorbereitung, der Konzeption bis hin zur Baumpflanzung kommt es aber auf eine gute Vernetzung der verschiedensten Fachleute an, so die Biobäuerin.

Der Austausch über Fachinformationen und Praxisbeispiele bildete den theoretischen Teil der Veranstaltung.

Agroforst-Berater Burkhard Kayser legte dar, wie der Anbau von Gehölzen bewusst mit den bestehenden Ackerbau- und Weidesystemen kombiniert werden kann.

Landwirt Rainer Guhl aus der Prignitz berichtete über die bestehenden Pappelanlagen innerhalb des Ackerlandes des konventionellen Kartoffelanbaubetriebes.

Schutz vor Wind- und Wassererosion war die Motivation zur Anlage der Gehölz-Streifen. Die monetäre Bewertung durch den Verkauf von Holz steht noch an, so Guhl.

Von rechtlichen Grundlagen, der Finanzierung, dem Umgang mit Eigentums- und Pachtflächen bis hin zur Nutzung von Agroforst innerhalb der Eingriffsregelung wurden viele Fragen gestellt, beantwortet oder von den Fachleuten mit in den weiteren Prozess aufgenommen.

Zur Neupflanzung der Obstbäume in Ritzleben erläuterte Agroforst-Beratern Katharina Nabel den komplexen Entwicklungsprozess.

Auf der Fläche stellte Karsten Bauer die Anpflanzung vor. Von der Auswahl der Apfelsorten, der Vorbereitung der Pflanzung, dem Schutz der Jungbäume bis hin zu zukünftig anstehende Pflege gab der Fachmann den zahlreichen Interessenten Auskunft.

Das Agroforst-Impulsbüro Altmark des Deutschen Fachverbands für Agroforstwirtschaft in Deutschland (DeFAF) e.V. arbeitet am Aufbau eines regionalen Netzwerkes von Agroforstmodellflächen.

Eine weitere Fläche wurde bereits in Bandau bepflanzt.

Am 01.Juli wird es einen Stammtisch in Beetzendorf geben, informierte Simone Dehn vom Impulsbüro. https://agroforst-info.de/altmark/

Foto und Text: A. Jacobs, Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e. V.