Tag der Milch

IMG_1947Der 1. Juni ist bekannt als „Internationaler Kindertag“.
Weniger bekannt ist, dass er auch gleichzeitig der internationale „Tag der Milch“ ist. Kuhmilch und deren Erzeugnisse gehören zu den wichtigsten und hochwertigsten Lebensmitteln auf unserem Speiseplan.
Deutschland ist der größte Milchproduzent in Europa und liegt weltweit auf dem fünften Platz.
Aufgrund des sehr hohen Grünlandanteils hat die Rinderzucht und damit verbunden die Milchproduktion hier in der Altmark eine lange Tradition.
In unserem Landkreis werden in ca. 135 Betrieben rund 24.000 Milchkühe gehalten, deren Milch in die verschiedensten Molkereien außerhalb des Landkreises zur weiteren Verarbeitung gebracht wird.
Die Zeiten, in denen die Milch am Stall geholt oder mit der Milchkanne zum Milchladen geeilt wurde, wo zum Tagesende die Milch auch schon mal ausverkauft war, sind lange vorüber.
Gut gefüllte Regale mit verschiedenen Milch- und Buttersorten, Joghurt-, Molke und Käseprodukten mit fast unendlichem Haltbarkeitsdatum locken zum Einkauf.
Der Vielfalt ist keine Grenze gesetzt.
Den Milcherzeugern schon.
Die Grenze eines auskömmlichen Milchauszahlungspreises wird bereits seit längerer Zeit unterlaufen.
Dabei sind die Aussichten gar nicht schlecht. Weltweit steigt die Nachfrage nach Milch und Milchprodukten, nur bei den Bauern kommt nichts davon an.
Die Molkereien zahlen ihren Lieferanten einen niedrigen Milchauszahlungspreis, da sie die Milchprodukte wiederum nur zu geringen Preisen beim Lebensmitteleinzelhandel absetzen können.
Der Einzelhandel behauptet auch zu besseren Preisen einkaufen zu wollen, aber nach seinen Angaben unterbieten sich die Molkereien gegenseitig, um möglichst große Partien ihrer jeweiligen Produktpalette unter zu bringen.
Dies zwinge den Lebensmittelhandel preisgünstig zu kaufen, da sonst die Konkurrenz mit billigeren Milchprodukten die Nase vorn hat.
Wir Verbraucher kaufen dort ein, wo die Lebensmittel preisgünstig sind.
Aber deren Herstellungskosten und wirklichen Wert können wir im Grunde gar nicht erkennen.
Derzeit sind die Milchauszahlungspreise derart, dass davon kaum die Produktionskosten gedeckt werden können.
Wo ist der Anfang des Fadens, um diese Knäuel zu entwirren?
Fakt ist, dass jeden Tag Arbeit in die Milchkuhhaltung gesteckt wird und
die Menschen dort eine hohe Verantwortung für die Tiere haben.

Text: BV SAW , Foto: BV Sachsen-Anhalt