Spannende Podiumsdiskussion zum Ökolandbau in Bernburg

Die Friedrich Ebert Stiftung hatte am 14. November zu einer Podiumsdiskussion „Wie viel Ökolandbauförderung ist sinnvoll?“  nach Bernburg in die Hochschule Anhalt geladen.

Die in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie formulierte Zielstellung, mittelfristig 20 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologisch zu bewirtschaften, hat auch in unserem Bundesland einen Impuls ausgelöst.

Die ausgelobte Erhöhung der Fördersätze für die Umstellung und letztendlich auch für die Beibehaltung der ökologischen Wirtschaftsweise hat dazu geführt, dass sich zum Verpflichtungsbeginn 2019 knapp 95.000 ha Ökofläche in Sachsen- Anhalt aufsummieren.

Die fünfjährigen Verpflichtungen auszufinanzieren stellt eine große Herausforderung dar.

Unterschiedliche Sichtweise auf die Entwicklung wurden von den geladenen Referenten zunächst dargelegt und dann in einer Runde vor rund 60 Gästen diskutiert.

Dr. Bernd Schwalenberg vom Deutschen Bauernbund und Bauernpräsident Olaf Feuerborn formulierten die Frage, ob die ausgelöste Umstellungswelle überhaupt zu finanzieren ist, ohne Einschränkungen von weiteren Agrarumweltprogrammen im Land.

Einen anderen Ansatz wählte Carsten Niemann in seinem Impulsreferat. Der Ökobauer aus unserem Kreisverband und Vorsitzender des Fachausschusses Ökologischer Landbau beim Landesbauernverband bezog sich auf den Ansatz, ob eine Wirtschaft nur auf Wachstum ausgerichtet sein muss oder Umweltaspekte besser in den Focus gehören. Wenn staatliche Ziele formuliert werden und bewusst in die Wirtschaft eingegriffen wird, dann müssen auch Finanzmittel dorthin gelenkt werden.

Einer Neiddebatte und einem Verteilungskampf unter den Bauern erklärte er eine Absage: Auch Biobauern sind Bauern.

Professor em. Dr. Gerhard Breitschuh beleuchtete einen wissenschaftlichen Ansatz, über die Umweltverträglichkeit der extensive Wirtschaftsweise bezogen auf die Produktmenge.

Die anschließende Diskussion ging von Treibhausgasen, über die Welternährung bis hin zum Wohlfühlfaktor bei der Produktion und hinterließ Anregungen für weitere Betrachtungen von Wissenschaft und Praxis.

Gebelieben ist aber die Aufgabe für das Land Sachsen-Anhalt, den angeschobenen Prozess der Umstellung auf den ökologischen Landbau ausgewogen zu finanzieren.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.