Pressegespräch: Im fünften Monat ohne nennenswerte Niederschläge

Der Vorstand des Kreisbauernverbandes hatte zu einem Pressegespräch geladen.

Treffpunkt war ein 22 Hektar großer Rübenschlag der Genossenschaft in Baudau.

Die Zuckerrüben machten das Ausmaß der Trockenheit deutlich sichtbar:

Viel zu kleine Rüben stecken im verdorrten Boden. Das Roden ist derzeit unmöglich.

Betriebsleiter Harald Könnig fand für seinen Betrieb deutliche Worte: „So schlimm haben wir es noch nie gesehen“.

Die letzte in diesem Jahr zu erntende Feldkultur wird mit sechzig Prozent Ausfall die bisherige Situation noch verschärfen, legte er dar.

Im fünften Monat in Folge ohne nennenswerten Regen sind auch die optimistischsten Landwirte dünnhäutig geworden.

Der Berufsstand hat lange auf seine schwierige Lage und die noch nicht komplett abzuschätzenden Folgen hingewiesen.

„Die politischen Instrumente sind einfach zu träge, um in extremen Situationen eine echte Hilfe zu sein“, so Könnig.

Jeder Betriebsleiter sucht individuell nach Lösungen, um die Auswirkungen für den Betrieb zu mindern: Zukauf und Verkauf von Grobfutter auch in diesen knappen Zeiten ist unter den Kollegen keine Seltenheit.

Ackerbauliche und Betriebswirtschaftliche Entscheidungen sind zu fällen, um die Betriebe am Leben zu erhalten.

Die Enttäuschung über die Ergebnisse der bisherigen Zusagen der Politik sind groß.

„Es wurde viel gesagt, aber angekommen ist noch nichts“, so Vorstandsmitglied Harald Könnig

Die Bürokratie fresse die aus der Sicht der Landwirte machbaren Instrumente auf.

Ein vorgesehenes Dürrehilfsprogramm steckt in der Erarbeitung und ist vor Oktober nicht zu erwarten.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.