Nutztierschutz in Waldnähe

Tiere in WaldnäheDirekt am Rande des Waldgebietes vor Gardelegen sind die Rinder der Gardelegener Agrar GmbH in ihrem Winterquartier. Die Weidesaison liegt hinter den rund 85 Mutterkühen. Der Landwirtschaftsbetrieb ist froh, dass es wahrscheinlich zu keinen Berührungen mit dem Wolf gekommen ist. Ein Ausbruch einer Herde führte zu starker Beunruhigung der Tiere, konnte jedoch nicht sicher dem Wildtier zugeordnet werden. Eine eigens mit zwei modernen Winterunterständen konzipierte Winterweide wurde in diesem Jahr nicht mit den Rindern besetzt, da der Betrieb die Waldnähe als zu überschaubares Gebiet für einen eventuellen Wolfsangriff hält.
Jetzt stehen die Herden in einem eingezäunten Betriebsgelände mit viel Auslauf und geschützten halboffenen Stallkomplexen. Die Nähe zum Wald ist dennoch geblieben.
Von den Rindern nicht genutzte Flächen werden von speziellen Schaf-und Pferderassen in geringem Umfang genutzt.
Um von vorn herein Konflikten mit dem Wolf aus dem Weg zu gehen haben sich die Betriebsinhaber nach kompetenter Beratung umgesehen. Mit Yvette Krummheuer, Projektbüro Wolf Sachsen-Anhalt, wurden die vorhandenen festen und mobilen Zäunungen begutachtet und Schutzmaßnahmen besprochen.
Verhinderung von Durchgängen im festen Außenbereich und die Herstellung von Bodenschluss, Elektronetzkombinationen zum gesonderten Schutz für die Schafe sowie ein gesicherter Stromfluss an den relevanten Stellen, waren Inhalt des Präventionsgespräches.
In der gardelegener Schäferei wurde anschließend über die bisherigen Schutzmaßnahmen des Schäfers Gaudian und die Verfügbarkeit eines Notfallsets zum Herdenschutz beraten.
Yvette Krummheuer stellte die Broschüre „ Information für Halter von Nutztieren in Sachsen-Anhalt“ vor. Das Schriftwerk gibt Auskunft über die Gefährdung von Nutztieren, Zaunbaumöglichkeiten, Einsatz von Herdenschutzhunden, Rissgutachten, Förderung des Herdenschutzes in Sachsen Anhalt sowie über Zuständigkeiten und Telefonnummern.

Text / Foto: BV SAW