Nicht hinten einbrechen, sondern vorne klingeln

Auf dem Forum „Tierhaltung in der Öffentlichkeitsarbeit“ – im Rahmen des Deutschen Bauerntag in Wiesbaden- betonte MdB Johannes Röring, dass die Landwirte die heutige gesellschaftliche Debatte um die Tierhaltung erst nehmen sollen.

„Nicht hinten einbrechen, sondern vorne klingeln“ als Devise für die Tierhalter bedeutet, auf kritische Fragen vorbereitet zu sein.

Einfache Antworten gibt es aber nicht. Die Landwirte haben an vielen Forschungsprojekten teilgenommen, deren Ergebnisse differenziert ausfallen.

Der Tierethiker Christian Dürnberger aus Wien verdeutlichte den Spalt zwischen “das wünscht sich der Verbraucher“ und „das zahlt der Verbraucher“. Er erwartet eine Tierhaltung, in der die Landwirte selbst in Richtung Tierwohl voran gehen und nicht von den Bürgern getrieben werden. Vertrauen braucht aus einer Sicht persönliche Begegnung.

Das ist anstrengend und nicht jeder Landwirt ist dafür geeignet, aber klopfen sie gern den Kollegen auf die Schulter, die es gut machen, so Dürnberger.

„Keine Berufsgruppe schaut den Medien so genau auf die Finger, wie die Landwirtschaft, so der ehemalige Chefredakteur des Bayrischen Fernsehens Prof. Sigmund Gottlieb in seinem Impulsreferat.

Die Medien sind nicht die Interessenvertreter der Landwirtschaft, verteidigt Gottlieb seine Zunft und die kritische Berichterstattung über die Tierhaltung.

„Wo das Wissen ist zu kurz gekommen, wird gern die Moral genommen“, so Gottlieb mit einem deutlichen Hinweis auf die Notwendigkeit der Kommunikation.

Landwirt Hauke Pein aus Appen bei Hamburg lässt jedes Jahr Besucher und rund 120 Schulklassen in seinen Milchviehbetrieb schauen. Der Trend ist seit 15 Jahren ungebrochen, die Fragen dieselben. Wann kommen die Tiere auf die Weide?, warum ist das Kalb nicht bei der Kuh?, was passiert mit der Gülle? und warum wird Mais angebaut?

Für die Schweinehaltung ist dieser Weg keine Option. Wohl aber die Installation einer Webcam, wie Werner Schwarz es seit Jahren praktiziert.

Das sind zwei plakative Beispiele für die Öffentlichkeitsarbeit.

Letztendlich muss jeder seinen eigenen Weg finden, um zu zeigen das die landwirtschaftliche Tierhaltung mehr ist als aufsehenerregende Berichterstattung oder geschickt platzierte Bilder von Marketingkampagnen.

Text und Foto: A. Jacobs – BV AMK SAW e. V.