Neuntklässler beim „Tag in der Produktion“ im Rinderstall

Knutzen und SchülerDer Unterrichtstag in der Produktion stammt aus vergangenen Zeiten.
Nicht jeder berufliche Anfang wurde dort begonnen, wo sich langsam die Arbeit in das Leben als Schüler geschlichen hat.
Aber eine wertvolle Erfahrung war es, den Berufsalltag live zu erleben, um seinen eigenen Weg zu finden.
Das Remake dieses Ansatzes ist das Modellprojekt „Tag in der Produktion“.
In einer bereits stattgefundenen Orientierungsphase haben sich die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus fünf Berufsfeldern zwei gewählt und Kenntnisse dazu in Berufswerkstätten vertieft.
Im zweiten Schulhalbjahr gehen die Jugendlichen in Betriebe, die dieses Modellprojekt unterstützen.
Maximilian Granse, Schüler der 9. Klasse der Sekundarschule Beetzendorf, ist in der Jübarer Agrargenossenschaft e. G. zu finden.
In Nettgau ist er dicht bei den schwarzbunten Rindern vom Kalb bis zur Milchkuh anzutreffen und es ist zu sehen, dass ihm die Arbeit Freunde macht.
In der Orientierungsphase fand er im grünen Bereich den Beruf Tierwirt am interessantesten.
Alle 14 Tage ist er für einen Tag im Rinderstall, wo er von Gabriele Knutzen, der Leiterin der Rinderproduktion, betreut wird.
„Ich hab in der 8. Klasse ein Praktikum in einem Installateurbetrieb gemacht und hab mich nicht wohlgefühlt“, so Maximilian.
Hier in Nettgau bei den Tieren ist es anders.
„Ich werde wie ein Azubis behandelt und kann beim Säubern, Füttern, Treiben oder Melken überall mit anpacken“, so der Schüler.
Auf die Frage was ihm nicht so gefällt, kommt die Antwort: das ungewohnte frühe Aufstehen.
Die Produktionsabläufe waren ihm erst fremd, aber so langsam reift die Erkenntnis, wie in einem Rinderbetrieb von der Geburt bis zur Milchkuh eins ins andere greift.
Gabriele Knutzen unterstützt ihn dabei, macht Zusammenhänge klar.
„ Wer selber was will, der kann hier eine Menge lernen“, so die engagierte junge Frau.
Sie findet es super, den jungen Mann in der Berufsorientierung zu begleiten und den Menschen dabei kennenzulernen.
Wertvolle Erfahrungen im Vorfeld einer Ausbildung zu sammeln hält sie für einen guten Weg und wünscht sich, dass der begonnene Projektansatz fortgeführt wird.
Maximilian möchte die Zeit im Betrieb gut nutzen, um sich im Anschluss als Tierwirt bei der Jübarer Agrargenossenschaft zu bewerben.

Text / Foto: BV SAW