Mitteldeutschen Bio-Branchentreffen in Erfurt

Das diesjährige Mitteldeutsche Bio-Branchentreffen fand im thüringischen Erfurt statt. Das 11. Treffen der Akteure der Ökobranche war gut besucht und stand unter dem Motto: „Regionale Bio-Produkte in die Kantine“. Die Veranstaltung, angelegt als Erfahrungsplattform, Wissensvermittler und Vernetzungsinstrument, wurde von Ökolandwirt Carsten Niemann aus Ritzleben, moderiert.

In seiner Begrüßung erklärte Stefan Simon, Vorstandsvorsitzender des Vereins Thüringer Ökoherz e. V., dass in immer mehr Supermarktregalen die Bio-Erzeugnisse ihren Platz finden aber in der Außer-Haus-Verpflegung noch Nachholbedarf besteht.

Der Präsident des Thüringer Bauernverbandes, Dr. Klaus Wagner, sieht das Land auf einem guten Wege. Von rund 15.000 Hektar im Jahr 1996 hat sich der Ökolandbau auf 41.000 Hektar in Thüringen entwickelt. Der Bauernverband betrachte konventionell und ökologisch arbeitende Betriebe als gleichberechtigt. „Am Ende entscheidet für jedes Unternehmen die Wirtschaftlichkeit“, so Wagner.

Die Entwicklung der Außer-Haus Verpflegung mit Bioprodukten kann ein stabiler Absatzweg für die Bio-Produktion werden, betonte er.

Die Thüringer Agrarministerin Birgit Keller sah im regionalen Ökolandbau eine gute Antwort auf die sich langsam wiedereinstellenden Fragen der Bürger nach der Herkunft ihrer Lebensmittel.

Die Erhöhung des Bioangebot in Kantinen sei ein wichtiger Beitrag für die regionale Wertschöpfung, so Keller.

Der erste Fachvortrag wurde per Video- Übertragung gehalten, was der Aussagekraft des Inhaltes aber keinen Abbruch tat.

Thomas Voß, Stellvertretender Kaufmännischer Direktor der LWL-Kliniken Münster und Lengerich sowie Mitglied im Netzwerk der Biomentoren, stellte die Aktivitäten der Kliniken hinsichtlich der Verbesserung der Umweltwirkungen und der Essenversorgung dar.

Er beschrieb die schrittweise Umstellung der Speisekarte der Kliniken unter den Aspekten des Einbezugs von regionalen Bioprodukten, regionalen konventionell verfügbaren Produkten und der saisonal verfügbaren Ware. Er machte deutlich, dass auch mit einem für die Verpflegung zur Verfügung stehenden Anteil an einem Krankenhausbudget regionales und nachhaltiges Essen möglich ist.

Während der Anteil der Außer-Haus -Verpflegung in Mitteldeutschland noch gering ist, sieht es in Dänemark ganz anders aus.

Kenneth HØjgaard, Ernährungshaus Kopenhagen, erläuterte, dass es in der Stadt Kopenhagen eine politische Vorgabe der Oberbürgermeisterin gewesen sei, gesünderes und besseres Essen in Kantinen anzubieten.

„Wir wollten Schluss machen mit „dem Schema F beim Abfüttern in öffentlichen Kantinen“ und haben uns der Mission einer nachhaltigen, gesunden und lebensfrohen Esskultur verpflichtet“, so der Däne.

Mit den regionalen Erzeugnissen, die frisch gekocht werden, habe man auch die Köche begeistern können und so den Bio-Anteil in der dänischen Gemeinschaftsverpflegung kontinuierlich erhöht.

Ökoumstellung in den Köpfen und in den Töpfen hat dazu geführt, dass viele dänische Küchen ein Bio-Zertifikat – in Gold, Silber oder Bronze haben, je nachdem wie hoch der Anteil an Bioprodukten ist. Ein Wettbewerb, die sich selbst treibt.

Bio-Anteile von 60 oder gar 90 % sind laut Aussage von Kenneth HØjgaard heute in Dänemark zu finden.

Beide Vorträge gaben den nötigen Schwung die thematischen Podiumsgespräche und den Ausblick auf die Wachstumsperspektiven des Ökolandbaus.

Das 12. Mitteldeutsche Biobranchentreffen wird im kommenden Jahr in Sachsen-Anhalt stattfinden.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.