Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu Gast beim Deutschen Bauerntag in Wiesbaden

Die mit Applaus von den Delegierten des Bauerntages in Empfang genommene Bundeslandwirtschaftsministerin spiegelte den Schwung sofort in die Reihen zurück: Landwirtschaft ist ein Stück Deutschland, traditionell, modern aber auch wettbewerbsfähig.

„Wenn die Zukunft auf dem Land wächst – so wie ihr Motto des Bauerntages- dann müssen wir auch definieren, wo wir die Landwirtschaft in der Zukunft sehen“, so Klöckner.

Für ihre Amtszeit habe sie sich drei Ziele vorgenommen, betonte sie in ihrer Rede vor den gewählten Vertretern des Berufsstandes.

Erstens müsse es gelingen, aus den ideologischen Gräben heraus zu kommen, um ein Miteinander von Landwirtschaft und Umwelt zu entwickeln.

Grundlagen für die weitere Entwicklung der Branche müssen sich aus Ergebnissen von wissenschaftlicher Forschung speisen und nicht vom Stimmungswandel abhängen, definierte sie als zweites Ziel.

Drittens gelte es in den gesellschaftlichen Dialog mit „ausgetreckter Hand“ zu gehen, um nicht nur Getriebener sondern auch Taktgeber zu sein.

Sie legte den Anwesenden dar, was auf ihrer politischen Agenda steht:

Die EU ist ein Friedensprojekt, in dem die Gemeinsame Agrarpolitik eine wertvolle Rolle spielt. Sie sprach sich für die Beibehaltung der zwei Säulen Struktur aus. Das Agrarbudget muss trotz Brexit und Mehrausgaben in anderen Bereichen stabil für die Basisabsicherung der Bauern zur Verfügung stehen. Ein Gegeneinander der Landwirte durch die Kappung der Direktzahlungen wird abgelehnt.

Im Lande müsse die Tierwohldebatte weiter gehen und die Unsicherheiten in der Schweinehaltung seien zu lösen.

Wohlwissend, wer das Maximale fordert, hat praktisch dann nichts mehr im Land, setzte sie ein Achtungszeichen.

Auch mit der Beleuchtung weiterer Themen wie Stalleinbrüche, unwürdiger Shitstorm im Internet, mehr Wertschöpfung bei der Milch, Wolf und Weidetierhaltung traf sie den Nerv der Bauern.

„Sie garantieren mit ihrer Arbeit die Sicherheit für tägliches Essen“, betonte die Ministerin mit Hinblick darauf, dass die Landwirtschaft zwar im gesamtgesellschaftlichen Kontext gesehen werden muss, aber „Ohne Landwirte ist kein Land zu machen“.

Foto: Tanja Schnitzler für DBV, Text: A. Jacobs – BV AMK SAW e. V.