Landwirtschafts- Gegensätze in Berlin: Schlemmen auf der Grünen Woche, Kundgebung am Bahnhof und Demozug auf prominenten Straßen

Die gesellschaftliche und mediale Auseinandersetzung mit dem Thema Landwirtschaft hat sich zu einen Dauerthema entwickelt. Während die internationale Woche Dreh- und Angelpunkt der Welternährung ist, die Regionen mit Köstlichkeiten aufwarten und Lust auf das Landleben gemacht wird, zeigten sich am Samstag Landwirte verschiedenster Facetten auf den Straßen Berlins.

„Welcher Weg führt auf die richtige Spur, um die Landwirtschaft weiter zu entwickeln?“, ist eine der Streitfragen. Leider bleibt es nicht bei der Suche nach dem Weg. Die Kritik fällt immer mehr aus dem Rahmen und teilt pauschal in Richtung „gute“ und „schlechte“ Landwirtschaft.

Dabei sind die Landwirte doch eigentlich aus einen Holz geschnitzt: sie müssen sorgsam mit dem Eigentum an Boden umgehen, gepachtetes Land pfleglich behandeln und entsprechend gesetzlicher Grundlagen den Umgang mit landwirtschaftlichen Nutztieren gestalten.

Ein langer Demonstrationszug trommelte und rockte zur Agrarwende und schob somit wieder einmal die Mehrheit der Landwirte in eine Ecke, in der sie sich nicht sehen.

Da Niemand immer nur gut und Niemand immer nur schlecht ist, haben Landwirte am Hauptbahnhof während ihrer Kundgebung um Fairness und einen sachlichen Dialog geworben.

Die Botschaft „Ihr steht im Discounter und wir stehen am Pranger“ hielt ein Landwirt in die Höhe, der kopfschüttelnd einem Kamerateam die Frage stellte: „Wo will die Gesellschaft mit uns hin?“

Diese Missachtung unter den Berufskollegen geht an die Substanz, hat aber sicher auch Gewinner: die lachenden Dritten. Während „Wir machen euch satt“ und „Wir haben es satt“ ihre Botschaften verkünden, läuft die Welt weiter wie sie ist: Mit Leuten, die keinen Plan haben, wo ihr essen herkommt. Mit Leuten, die sich freuen, dass ausreichend gute Nahrung preisgünstig zu haben ist.

Text und Foto: AJ Bauernverband