Landrat Ziche im Gespräch mit dem Kreisvorstand

Das diesjährige Sommergespräch des Landrates Michael Ziche mit den Vorstandsmitgliedern des Bauernverbandes war geprägt von der Dürresituation. Kaum nennenswerte Niederschläge seit Ende April und dazu die durchweg hohen Temperaturen haben im Landkreis deutlich ihre Spuren hinterlassen. Die Praktiker berichteten von gravierenden Ertragseinbußen beim Mähdrusch und den monetären Folgen von fehlender Menge und schlechten Qualitäten. „Wir wollen nicht jammern, aber für eine Ernte sind seit fast einem Jahr finanzielle Mittel von der Bodenbearbeitung, über das Saatgut, Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen bis hin zur Ernte in den heranwachsenden Kulturen gebunden, die uns vertrocknet sind“, so der Vorsitzende Raimund Punke. In einer steuerlichen Risikoausgleichsrücklage sehe er für Zukunft bessere Chancen, in extremem Jahren reagieren zu können.

Für die noch im Feld stehenden Kulturen wie Mais, Kartoffeln und Rüben sehe die Prognose nicht besser aus.

Sorge bereitet der fehlende Aufwuchs auf dem Grünland für alle Rinder-, Schaf- und Pferdehalter.

Im Gespräch wurden individuelle Anpassungsstrategien, wie Zukauf von Futter oder früherer Verkauf der Tiere, erörtert, doch eines zeigte sich deutlich: Die Lage ist ernst.

Der Aussaat von Feldgras oder die anstehende Rapsaussaat seien bei den ausgetrockneten Böden ohne Regenprognose ein großes Risiko, aber Landwirtschaft ist ein Kreislauf, bei dem für eine nächste Ernte das Saatgut wieder in den Boden muss.

Kleine Hilfen, die kein Geld kosten, sondern vom Regelwerk der EU abhängen, u.a. die Nutzung von Zwischenfrüchten auf ökologischen Vorrangflächen, befinden sich im Mahlwerk der Bürokratie, kritisierten die Landwirte.

Über Möglichkeiten und Grenzen der Feldberegnung, Augenmaß und Verständnis der Verwaltung bei Kontrollen sowie dem schnellen Einsatz der Feuerwehren im Landkreis wurde mit dem Landrat diskutiert.

Die Besichtigung einer Rinderkoppel des Betriebes Giggel in Jerchel unterstrich abschließend die angespannte Futtersituation noch einmal deutlich.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.