Kreisbauerntag mit emotionalem Druck

Bauerntag für HomepageIn seinem Bericht stellte der Vorstandsvorsitzende Raimund Punke die schwierige wirtschaftliche Situation der Betriebe dar. In einem Landkreis mit einem hohen Grünlandanteil spielt die Milchproduktion eine große Rolle. Bei der derzeitigen Preissituation und keiner aktuellen Aussicht auf Besserung oder wirksamen flankierenden Maßnahmen wird über die Zukunft der Milchproduktion scharf nachgedacht, so der Vorsitzende.
„Im gesamten tierischen Bereich ist das Maß des ökonomisch verträglichen so gut wie ausgeschöpft“, so Punke.
Er richtete den Blick auf die Brüssler Regularien der Agrarpolitik, vom Greening und den Entstehungstatbeständen von Dauergrünland im letzten Jahr bis hin zur Publizitätsverpflichtung und dem geodatenbasierten Antragsverfahren in diesem Jahr.
Unter dem Motto „Besser es wird mit uns geredet – als über uns“ sprach er über die Aktivitäten des Kreisverbandes von der Pressearbeit bis hin zum Ansatz der Schulprojekte. Fünfzehn Betriebe hatten stellvertretend für die Branche 922 Schülerinnen und Schüler aus 23 Schulen empfangen und einen Einblick in ihre Produktion gewährt.
Die emotionale Diskussion zum Bericht spiegelte den derzeitigen Druck in der wirtschaftlichen Situation der Landwirte wieder.
Christian Schmidt, stellvertretender Vorsitzender und gleichzeitig Landesvorstandsmitglied nutzte die Gelegenheit, um über gelaufene Aktionen zu reden und anzumahnen, sich auch zu beteiligen. Er betonte, dass es gerade in der Zeit, wenn es den Urproduzenten nicht gut geht und Verwaltungsvorschriften und Kontrolllasten immer mehr um sich greifen, wichtig ist, die Situation auch klar nach außen darzustellen.
Ökolandwirt Carsten Niemann forderte ein Umdenken der Bauernschaft zu den liberalisierten Märkten hin zu Außenschutz und Kontingentierung.
„Es gibt kein rosarotes Ferkel an der Kittelschürze“, rief Landwirt Harald Könnig in den Raum, „wir müssen unsere Interessen revolutionärer vertreten“.
Weitere Beiträge von Existenzängsten, zum geobasierten Antrag, verbindlichen Förderrichtlinien des Landes oder Forderungen nach politischem Willen, die Landwirte zu schützen, waren an die geladenen Gäste aus Politik und Verwaltung gerichtet.

Text / Foto: BV SAW