Informationsgruppe hat Untersuchung von Bohrschlammgruben in Visir

Am 26.03.2019 fand im Umweltamt des Altmarkkreises Salzwedel die erste Sitzung der „Informationsgruppe Bohrschlammgruben“ statt. Deren Ziel ist es, die bereits seit Jahrzehnten meist landwirtschaftlich genutzten Flächen mit Bohrschlammgruben nach ihrem Gefahrenpotenzial für Mensch und Umwelt abschließend zu bewerten. Der Informationsgruppe gehören Vertreter der Landwirtschaft, der Bürgerinitiative „Saubere Umwelt und Energie Altmark“, des Altmarkkreises Salzwedel, des Ordnungs- und Umweltausschusses des Kreistages sowie der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) an.

Zur fachlichen Bewertung der Flächen mit Bohrschlammgruben ist von der LAF jetzt ein Ingenieurbüro mit der Erstellung eines Handlungskonzeptes beauftragt worden. In Anbetracht des öffentlichen Interesses ist vorgesehen, die Interessenvertreter regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten zu informieren und die Entscheidungsprozesse transparent und nachvollziehbar zu gestalten.

Bei der Beratung der Informationsgruppe wurden von der LAF die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Zielstellung und die geplante Vorgehensweise zur Untersuchung und Bewertung der Gruben vorgestellt. In einer ersten Phase werden die vorhandenen Gruben an rund 350 Standorten erfasst und u. a. in Abhängigkeit von Landnutzung, Lage zu Wohnbebauungen und Gewässern gruppiert (Kategorisierung) und einer ersten Gefahrenbewertung (Priorisierung) unterzogen. Parallel dazu werden vorläufige Beurteilungswerte abgeleitet und Untersuchungsmethodiken praktisch erprobt. Dabei sollen in diesem Jahr rund 15 repräsentative Bohrschlammgrubensysteme untersucht und bewertet werden. Ziel ist, mögliche Wirkungen auf den angrenzenden Boden, das Grund- und Oberflächenwasser aber auch Nutzpflanzen zu erkennen.

Der Informationsgruppe wurden vom Gutachter erste Arbeitsergebnisse und das weitere Vorgehen vorgestellt. Im Ergebnis haben die Teilnehmer dem geplanten Vorgehen zugestimmt und ihre Unterstützung bei der Umsetzung zugesagt. Wichtig ist den Teilnehmern eine regelmäßige Information der Bevölkerung: Dazu sollen regelmäßige Pressemitteilungen und ggf. weitere Informationsveranstaltungen dienen.

Die nächste Zusammenkunft der Informationsgruppe ist für den 16. April vorgesehen. Dabei soll über den geplanten Untersuchungsumfang informiert werden. Zu entscheiden ist dabei, welche potenziell schädlich wirkenden Stoffe in Boden und Grundwasser zu untersuchen sind und welche Technik zum Einsatz kommen soll.

Foto: Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V., Text: PM vom 02.04.2019, Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt