Hitzige Kundgebung von Landwirten in Hannover

Demo Hannover DBTNoch während sich der Platz vor dem Hannover Congress Center mit entschlossen plakatierten Bauern füllte, ging der erste Redner ans Mikrophon.
Eine Spur zu schrill und dennoch mit deutlichen Botschaften brachte der erste von insgesamt sieben jungen Menschen, die ihren weiteren Lebensweg in der Landwirtschaft beschreiten wollen, seine Forderungen vor.
„Wir machen täglich unsere Arbeit und kümmern uns um den Acker und das Vieh und werden in der Öffentlichkeit als Bodenvergifter ausgeschmiert“, so ein Niedersächsischer Jungbauer.
„Der Lebensmitteleinzelhandel wirbt mit regionalen Produkten und hat dazu keine Waren in den Regalen liegen“, so brachte eine junge Pfälzerin ihren Unmut auf den Punkt.
„ Die Landwirte sind es leid, mit billiger Polemik sprichwörtlich am Nasenring durch die Wahlkampfarena geführt zu werden“, so die Botschaft aus Mecklenburg Vorpommern.
Die abschließende Kundgebung anlässlich des Deutschen Bauerntages 2016 in Hannover war emotionsgeladen und machte deutlich, dass das Fass für die Bauern kurz vor dem Überlaufen steht.
Die Angriffe auf die Branche treten in immer schärferen und unfairen Formen auf. Umweltverbände und Spitzenpolitiler reiten auf den Schlagworten des Massengeschmacks voran. Die Landwirtschaft scheint inmitten einer Marktkrise keine tragfähigen Haltegriffe zu bekommen.
Anforderungen rauf und Preise runter, die Schere öffnet sich immer mehr. Wie weit kann so eine Entwicklung gehen, bevor es sich deutlich zeigt: Ein Land ohne Landwirtschaft hat keine Zukunft.

Text und Fotos: BV SAW