Hitzige Debatten auf dem Schäferstammtisch in Niederndodeleben

Der Einladung des Bauernverbandes Börde mit dem Fachausschuss Schaf- und Ziegenhalter des Landesbauernverbandes sowie dem Verband der Schaf- und Ziegenzüchter des Landes Sachsen- Anhalt zum Thema Wolf waren so viele Interessenten gefolgt, dass die Plätze kaum ausreichten.

Ein Kamerateam schob sich in Position. Mitglieder des Land- und Bundestages, Verwaltung, Verbände, Journalisten und zahlreiche Schäfer zeugten davon, dass Handlungsbedarf für den weiteren Umgang mit dem Wolf ansteht.

In den Gesprächen vor der eigentlichen Beratung wurden lebhaft Erfahrungen ausgetauscht. Auch unter den Schäfern gibt es verschiedene Meinungen, doch klar ist, die Probleme werden mit der Zunahme der Wolfspopulation größer und teurer.

Auf Kopfschütteln stieß die Art von Ministerin Prof. Dr. Dalbert, die vier Stunden vor dem Stammtisch die Öffentlichkeit über den Wolfs-Monitoring- Bericht, die Einrichtung eines Wolfskompetenzzentrums und über die Förderfähigkeit von Herdenschutzhunden informierte und sich somit die Anwesenheit in der aufgeheizte Stimmung des Stammtisches ersparte.

Der nüchterne Blick in die von der Referenzstelle vorgetragenen Zahlen der Statistik, lullerte die emotionale Brisanz der Situation ein. Doch die Tendenz von Sichtmeldungen und Rissen an Nutztieren geht nach oben und die Verantwortung für alle steigt.

Umweltstaatssekretär Klaus Rehda erläuterte die Aufgaben des neuen Wolfskompetenzzentrums in Iden.

Den anwesenden Schäfern stellte sich sofort die Frage, ob das ihre Ängste und den psychischen Druck mildern wird, wenn in der Nacht das Telefon schrillt weil die Herde ausgebrochen ist und sie bei aufgehender Sonne tote und verletzte Tiere zu versorgen haben.

Bei Schäferstammtisch waren die Rinder nur eine Randbetrachtung. Die Probleme werden bei der Weidehaltung dieselben sein, wie in Niederndodeleben diskutiert: Was wird den Weidehaltern an Arbeitsaufwand und an emotionaler Belastung zugemutet? , Wer kommt für Folgeschäden auf?, Wie werden Entschädigungen gestaltet? und laufen wir nicht Gefahr, in eine Stadt-Land Diskussion zu verfallen?

Foto und Text: AJ Bauernverband