Dürrehilfsprogramm mit bürokratischen Hürden

Landwirtschaftliche Betriebe sind im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbranchen den Extremwetterereignissen besonders ausgesetzt.

Meteorologische Daten, die Schadensmeldungen und die Ergebnisse der Erntestatistik belegen, dass die Dürre in diesem Jahr ein außergewöhnliches Naturereignis ist.

Das von Bund und Land auf den Weg gebrachte Dürrehilfsprogramm soll besonders betroffenen Unternehmen finanzielle Unterstützung gewähren.

Im eröffneten Antragsverfahren zeigt sich, dass es bei den Zugangsbedingungen sehr hohe bürokratische Hürden gibt, die eine zeitnahe Unterstützung nicht sichern werden.

Nur Landwirtschaftsbetriebe, die ihre Mindererzeugung und die daraus resultierende Existenzgefährdung nachweisen, können sich den Prüfkriterien stellen.

Die mehrstufige Nachweisführung der Bedürftigkeit wird einige Unternehmen von einer Hilfe ausschließen bzw. die Unternehmen abschrecken, einen Antrag zu stellen.

„Als Bauernverband haben wir deutlich darauf hingewiesen, dass es ein praktikables Verfahren braucht und vor allem, dass keine Betriebsformen faktisch im Vorherein ausgeschlossen werden“, so Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e. V..

Aus der Sicht des Berufsstandes ist es wichtig, dass Instrumente für eine betriebliche Risikovorsorge gestärkt werden:

Steuerliche Gewinnrücklagen und bessere Konditionen für Dürreversicherungen sind dazu erforderlich.

Wie die Landwirtschaftsbetriebe der Folgen aus dem trockenen Jahr bewältigen wird sich in den nächsten Jahren erst zeigen.

Die mit Kosten verbundene neue Aussaat hat bisher keinen so guten Start hingelegt.

Die Viehstände werden mit dem knappen Futter auskommen müssen.

Der Zukauf von Futter ist teuer.

Investitionspläne müssen auf Eis gelegt werden, obwohl die Anforderungen der Gesellschaft an die Landwirtschaft immer höher werden.

Text und Foto:  Annegret Jacobs – BV AMK SAW e. V.