Die Schweinebranche stellt sich gesellschaftlichen Herausforderungen

schweineschwaenzchenDer volle Saal beim Schweinetag Sachsen Anhalt 2016 in Bernburg zeigt, dass die Themenwahl des Schweinewirtschaftsverbandes ins Schwarze getroffen hat.

Die sonst in der Wahrnehmung für die Öffentlichkeit fast nie durch positive Signale gekennzeichnete Branche nahm sich offensiv den Themen Kastenstand im Deckstall, Ringelschwanz und Ebergeruch an.

Der Blick in die Details im Verlaufe der emotional geladenen Veranstaltung zeigt, dass es dabei um kein leichtes Unterfangen geht.

In seiner Begrüßung brachte der Vorstandsvorsitzende Werner Gutzmer mit seiner Beurteilung der unbefriedigenden Situation zum Umgang mit dem Urteil des OVG Magdeburg zu Kastenständen die Gemüter zum Kochen: „Wir führen zwischen dem Ministerium, der Landesverwaltung, dem Gericht, den Veterinärämtern und den Tierhaltern eine Auseinandersetzung, die es so noch nie gegeben hat.“ Seine Botschaft, wir müssen zurückkehren zur Vernunft, zur Achtung voreinander und gemeinsam den Weg in die Zukunft der Schweinehaltung gestalten, traf auf Zustimmung bei den Anwesenden.

Es wurde das, aus der unwürdigen Phase von Kontrollen, Umbauforderungen und Nachkontrollen heraus entstandene Projekt “Haltungseinrichtungen im Deckstall“ von drei beteiligten Praxisbetrieben vorgestellt und im Anschluss diskutiert.

Bisher sind 14 % der Betriebe mit 20.000 Sauen am Projekt beteiligt, dass nach Lösungen sucht, die dem Wohlfühlempfinden der Tiere, der Wirtschaftlichkeit der Betriebe und den gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht wird.

Zum Thema der Schweineschwänze wurden drei Ansätze vorgestellt. Nach den Ausführungen zum Langschwanzprojektes in Sachsen Anhalt machte das Thüringer Pilotprojekt „Beratungs- und Managementsystem Caudophagie“ deutlich, dass sich Praxisbetriebe, Wissenschaft, Beratung und Verwaltung gemeinsam auf dem Weg machen müssen, um Lösungsansätzen zu finden.

Unter dem Motto „Wir müssen die Schweinehaltung wieder sichtbar machen“ stelle Ralf Remmert mit seinem Praxisbericht zur Strukturierung der Haltungsbedingungen und kleinen Filmen dar, wo Potenziale für mehr Tierwohl mit Ringelschwanz und Wertschöpfung vom Saatkorn bis zur Salami liegen.

Text und Foto: Bauernverband