Die dörfliche Zukunft gestalten die Menschen selbst

Schmucke Dörfer prägen das Bild der altmärkischen Landschaft.

In der vergangenen Woche haben sich sechs Orte dem Wettbewerb “Unser Dorf hat Zukunft“ gestellt. Bei der Bewertung wurde eines schnell klar: Einen echten Wettkampf gibt es nicht, denn jedes Dorf hat seinen eigenen Charme.

Die Dörfer, die historisch als kleine menschliche Siedlungen mit landwirtschaftlicher Prägung ihren Ursprung fanden, sind in Jahrhunderten über verschiedenste politische Epochen hinweg, herangewachsen.

Sie werden sie auch in kommenden Zeiten eine tragfähige Struktur für das menschliche Zusammenleben sein, so ein Fazit der Bewertung.

Eindrucksvoll in Szene gesetzt haben die Dörfler vor allem eines: Hinter dem Wörtchen „Unser“ stehen Menschen, die im Dorf leben, werkeln und sich dafür einsetzen, dass das Leben in ihrem Ort lebenswert ist und bleiben wird.

Bei allen Wettbewerbsteilnehmern überwog die positive Einstellung, selbst das Zepter in die Hand zu nehmen, damit sich Menschen dafür entscheiden, in ihrem Dorf zu wohnen.

Die Schattenseiten, wie verlotterte Grundstücke, alten Trafostationen oder historisch wertvoller aber dem Zahn der Zeit ausgelieferter Gebäudesubstanz, werden nicht als Ballast sondern als Quelle für neue Ideen genutzt. Da ist nicht alles in Sack und Tüten, aber die Wärme in den Stimmen verrät, dass sich vieles noch in Bewegung setzen wird.

Erstaunlich ist für aufmerksame Beobachter und Zuhörer, wie verblüffend geschickt der Raum zwischen Erforderlichem und Möglichem mit Leben erfüllt wird. Umnutzungen von Gebäuden, jede Menge Ideen für Kinder und Jugendliche – und hier ganz speziell die Musikprojekte-, Kultur und Sport, wirtschaftliche Initiativen und auch Kuriositäten wurden zu Recht mit Stolz im Wettbewerb präsentiert.

Alte Straßennamen wie Bauernweg und Bauernende zeugen neben den Gehöften von der einst engen Beziehung der Dörfer zur Landwirtschaft.

Diese Einstellung hat sich gewandelt und bringt ganz unterschiedliche Facetten hervor.

Da wurde einerseits die gute Zusammenarbeit mit den Bauern gelobt. Landwirtschaftsbetriebe als wichtige ortsansässige Arbeitgeber genannt.

Andererseits gab es Meinungen, dass Kühe und Schweine bitteschön im Dorf nichts mehr zu suchen haben.

Aber gerade diese Meinungsäußerer freuten sich über Flurneuordnung und ländlichen Wegebau.

Wer das eine will, muss das andere mögen, so ist es im Leben.

Der Wettbewerb hat gezeigt, dass die Menschen in den präsentierten Dörfern gewillt sind, analog einer Inschrift auf einem Holzbalken eines Dorfhauses „Die Zukunft gestalten die Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht“ die Ärmel hochzukrempeln, um der kommenden Zeit mit Taten entgegen zu gehen.

Text und Foto: A. Jacobs – BV AMK SAW e.V.